Wohlfühlort in Elberfeld - Ein glühender Wuppertal-Fan

Figan Sarikaya ist Projekt­managerin bei Utopiastadt. Mit dem Kabäusken im Herzen Elberfelds will sie einen Ort der Begegnung für alle Wuppertaler schaffen.

Was ist das Kabäusken?

Die passendste Beschreibung ist „Concept Store“. Bei uns im Kabäusken gibt es erschwingliche Second-Hand- und Neu-Kleidung, upgecycelte Möbel, Bücher, Spielsachen und eine ganze Bandbreite an Waren und Produkten von regionalen Manufakturen und Herstellern, etwa für Schmuck, Kaffee oder Schokolade. Darüber hinaus ist das Kabäusken, wie die Bedeutung des Wortes aus dem Bergischen schon sagt, ein gemütlicher Rückzugsort. Hier wird Kunst ausgestellt, Yoga-Kurse oder Kleider-tausch-Events finden innerhalb unserer Wände statt, Studierende kommen zum Lernen vorbei und vieles mehr.

Wie ist es entstanden?

Der Vorgänger des Kabäuskens war ein Kaufhaus der Wuppertaler Tafel, dessen Weiterentwicklung ich über­nommen habe. Mitte 2025 wechselte es in die Trägerschaft von Utopiastadt und ist nun ein Ort für jeden Wuppertaler mit Angeboten in allen Preisklassen mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohl. Es ist mein Herzensprojekt, denn es schafft Gemeinschaft für die Wuppertaler Stadtgesellschaft und Sichtbarkeit, insbesondere für kleine Unternehmen – all das, was große Online-Plattformen nicht schaffen.

Warum ist Ihnen das ein wichtiges Anliegen?

Ich bin ein glühender Wuppertal-Fan und habe mich bis heute in all meinen beruflichen und ehrenamtlichen Stationen für das Gemeinwohl in der Stadt eingesetzt. Deshalb habe ich auch das agere-Netzwerk gegründet. Hier sind Unternehmen, Vereine, Personen aus Politik und Gesellschaft und viele weitere Organisationen und Menschen miteinander vernetzt. Sie fördern zusammen nicht nur besonders hochwertige und nachhaltig gedachte Produkte, sondern möchten darüber hinaus auch Positives in Wupper­tal und in der Region bewirken. Das Kabäusken ist ein wichtiger Beitrag zur Belebung der Elberfelder Innenstadt. Zentral ist dabei, dass wir mit unseren Besuchern reden und fragen, was sie sich wünschen. Umgekehrt sind wir auch offen für Ideen und Anregungen – denn wir verstehen uns nicht als Ort mit starren Vorgaben, sondern als offenen Begegnungsraum, der sich permanent verändert und von Interaktion lebt.

Welche Zukunftspläne gibt es für das Kabäusken?

Die Angebote sollen noch vielfältiger werden. Wir wollen mehr Raum für Kunst und Kultur schaffen, etwa in Kooperation mit regionalen Kulturschaffenden. Gleiches gilt für gemeinnützige Einrichtungen, die sich bei uns präsentieren möchten. Lokale Manufakturen sollen die Möglichkeit erhalten, für kleines Geld Fächer anzumieten, um ihre Produkte zu zeigen, zu erproben und zu verkaufen. Zudem planen wir einen „Fairen Markt“, der diese Produkte in den Vordergrund stellt. Wir alle sind keine Konkurrenten, wir sind Weg­gefährten und lernen voneinander. Weiter stehen wir im Gespräch mit der Stadtverwaltung, um Hitzeschutzpunkt in der Elberfelder Innenstadt zu werden. Unsere Lage ist dafür ideal.

Was gefällt Ihnen im Bergischen besonders gut?

Ich bin in Wuppertal geboren und aufgewachsen. Die Menschen hier sind sehr herzlich, auch wenn sie auf den ersten Blick ein wenig grummelig wirken. Es gibt hier großartige Persönlichkeiten, die offen für Neues sind und auch das Engagement da-für haben, Chancen zu nutzen.

Was ist Ihr Geheimtipp im Bergischen?

Das Bernsteinzimmer, Deutschlands erste rein bio-vegane Pralinenmanufaktur, die weltweit bekannt ist, regelmäßig ausgezeichnet wird und in Wuppertal selbst, wo das Unternehmen seit über zehn Jahren sitzt, kaum jemand kennt. Das Kabäusken gehört zu einem der möglichen Abholungsorte für eine Bestellung und einen Teil des Bernsteinzimmer-Sortiments bieten wir auch dauerhaft an. Solveig und Oliver, die Künstler hinter den Pralinen, machen unfassbar hochwertige Handmade-Produkte. Das hat viel mehr regionale Bekanntheit verdient.

Das Gespräch führte Martin Wosnitza.

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