Manufaktur für Krane - Große Tragkraft

Die Wilhelm Spiess GmbH plant, konzipiert und konstruiert seit über 100 Jahren Kran- und Sonderanlagen. Dabei berechnet und fertigt das Solinger Unternehmen seine tonnenschweren Produkte individuell nach den Wünschen der Kunden.

„Wir sehen uns als Entwickler und Manufaktur speziell für Krane“, sagt Geschäftsführer Mike Hegewald-Beer. Er leitet den vor vier Jahren von der belgischen Timmers-Gruppe übernommenen Betrieb seit 2024. An Philosophie und Grundkonzept im Unternehmen habe sich nichts verändert. „Wir konstruieren abseits von Serien­produktionen und Baukastensystemen“, erklärt Hegewald-Beer. Faktoren wie Größe, Gewicht, Traglast und Spannweite sind frei wählbar. Auch besondere Anforderungen für spezielle Einsatzgebiete können individuell erfüllt werden.

Wie das in der Praxis umgesetzt wird, zeigt sich in den Hallen des Unternehmens am Dycker Feld. Die Dimensionen sind beeindruckend. Gerade werden parallel sechs Krane unter anderem mit einer Traglast von 35 Tonnen und einer Spannweite von rund 20 Metern gefertigt. Die Anlagen und deren Großkomponenten werden komplett gefertigt, montiert und später wieder an geeigneten Schnittstellen zerlegt sowie per Schwertransporter zum Kunden gebracht. Zuvor laufen ausgiebige Testphasen und Vorinbetriebnahmen. „Es muss immer alles reibungslos funktionieren, da wir uns Fehler auf den Baustellen nicht erlauben können“, betont Mike Hegewald-Beer.

Als Maschinenbau- und Schweißfachingenieur ist er mit der Materie bestens vertraut. Vor seiner Tätigkeit bei der Wilhelm Spiess GmbH war der Geschäftsführer über 20 Jahre im Bereich Hafenkrantechnik beschäftigt. „Es ist sehr wichtig, dass man sich mit der Materie der Krantechnik auskennt, um technische Inhalte bewerten zu können. Was wir täglich machen, ist sehr konstruktionsintensiv, komplex und bedarf einer regelmäßigen korrekten Bewertung“, erklärt Hegewald-Beer.

Die Krane werden mit Schwerpunkt nach Deutschland und zum Teil ins Ausland geliefert. Das Kerngeschäft liegt aber in der Bergischen Region. Zu den Kunden gehören viele Stahlhändler, Logistik- und Maschinenbauunternehmen, Gießereien sowie die heimische Messer- und Scheren­industrie.

Das Unternehmen hat heute rund 40 Beschäftigte bei steigenden Umsätzen. Zu den Leistungen gehören neben einer hohen Expertise eine umfassende Beratung der Kunden, die Analyse vor Ort ebenso wie eine individuelle Entwicklung detaillierter Lösungsvorschläge. Der Einsatz hochwertiger Komponenten soll hohe Qualitätsansprüche an Funktion, Betriebssicherheit und Standzeit garantieren. Dazu kommen jährliche Prüfungen, Wartungen und Reparaturen.

Gegründet wurde die Wilhelm Spieß GmbH bereits 1924. Knapp ein halbes Jahrhundert später übernahm Harry Radke die Geschäfte. Sein Sohn Stephan Radke leitet das Unternehmen seit 2004. „Ich bin früh in den Betrieb hineingewachsen und die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, erzählt der heute 64-Jährige. Es sei faszinierend, quasi aus dem Nichts heraus Dinge zu schaffen. „Wir betreiben hier Sondermaschinenbau im Bereich Krane“, beschreibt Stephan Radke die Unternehmensphilosophie.

Ihm war es wichtig, den Betrieb in gute Hände zu legen. „Da es keine Nachfolge in der Familie gibt, mussten wir eine andere Regelung finden“, erläutert Stephan Radke. Die Verantwortung für die Beschäftigten des Betriebs und ihre Familien nimmt er sehr ernst. „Mit der Übernahme durch die Timmers Gruppe und der neuen Geschäftsführung gibt es nun eine optimale Lösung“, betont Radke. Der Konzern sei als ebenfalls langjähriger Kranspezialist der perfekte Partner. Das Unternehmen sucht weiterhin Mitarbeiter. Insbesondere aus den Bereichen Schlosserei, Elektro, Anlagenbau und Installation seien Bewerbungen willkommen.

Text: Eike Birkmeier

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