Hundert Jahre Traditionsmarke Eikaso - Messer für Metzger
Sebahate und Shpend Ibrahimi übernahmen mit dem Schleifer-Betrieb von Hartmut Eickenberg auch die Marke Eikaso. Sie steht seit 100 Jahren für zuverlässige Qualität.
In dritter Generation hatte der Solinger Schleifer Hartmut Eickenberg die Messer der Marke Eikaso produziert. Mit seinen 73 Jahren ist er längst im Ruhestand, schaut aber ab und an noch bei seiner früherer Belegschaft vorbei, setzt sich dann für Sonder-Aufträge auch noch selbst an den Schleifstein. „Eicki“ nennen ihn hier manche, auch Geschäftsführerin Sebahate Ibrahimi. Zusammen mit ihrem Mann Shpend Ibrahimi leitet sie seit 2007 die Geschicke der Solinger Firma Edrei, die sich auf Schneidwaren und Dienstleistungen in den Bereichen Schleifen, Pließten und Polieren spezialisiert hat, und ab 2014 Eikaso.
Ende der 1990er Jahre waren die beiden aus den Kriegswirren in ihrem Heimatland Kosovo nach Solingen gekommen, um sich hier eine Existenz aufzubauen. Das hat mehr als erfolgreich geklappt. Nach und nach wurden die Produktionsstätten auf 3.000 Quadratmeter erweitert und der Maschinenpark modernisiert. Und nun ist auch noch die älteste Tochter der Familie, Elona, die Marketing studiert hat, in den Familienbetrieb mit eingestiegen.
„Jeweils fünfzig Prozent unseres Umsatzes machen wir mit der Lohnfertigung für andere Unternehmen und mit der Produktion von Messern der Marke Eikaso“, erklärt Shpend Ibrahimi. „Davon wiederum liefern wir circa fünfzig Prozent ins Ausland, fünfzig Prozent an Kunden in ganz Deutschland.“ Spezialisiert ist die Marke mit dem Qualitätsversprechen „Made in Solingen“ auf hochwertige Fleisch-, Fisch- und Metzgermesser für Profis und Hobbyköche. Ob Ausbeinmesser, Spalter oder Industriemesser – bei Eikaso setzt man bei all den Spezialmessern auf Klingen aus gehärtetem, rostfreiem Edelstahl sowie den patentierten Profitect-Messergriff, der rutschfest, heißwasserfest, schmutz- und fettabweisend ist. „Der wurde vor allem entwickelt, um das Unfall- und Verletzungsrisiko für den professionellen Anwender erheblich zu reduzieren“, erklärt der gelernte Maschinenbautechniker Shpend Ibrahimi. Das „Geheimnis“ dieses Griffes: innovatives Sicherheits-Design, kombiniert mit ergonomischen Vorteilen als Voraussetzung für ermüdungsfreies Arbeiten.
Edrei setzt bei der Produktion auf rund 25 erfahrene Fachkräfte sowie sowohl traditionelle Arbeitsplätze als auch einen modernen Maschinenpark mit unter anderem Fräsen, Dreh- und Schleifmaschinen. Hartmut Eickenberg wiederum freut sich, dass, obwohl seine eigenen Kinder nicht in seine Fußstapfen treten wollten, die erfolgreiche Marke Eikaso weiterlebt: „Unsere Familie ist froh, dass nun Shpend und Sebahate Ibrahimi für das Qualitätsversprechen, das wir seit hundert Jahren geben, einstehen.“
Um das Traditionsunternehmen in die Zukunft zu führen, hat nun Tochter Elona den Bereich New Business und Marketing übernommen und sorgt unter anderem dafür, dass Eikaso auf den wichtigsten Messen der Branche vertreten ist. „Wir achten auch darauf, nicht nur junge Menschen für die Berufe in unserem Unternehmen zu begeistern, sondern auch Arbeitnehmer mit Wurzeln in anderen Ländern bei uns erfolgreich zu integrieren“, so die 23-jährige Solingerin.
Text: Liane Rapp