- Zwischen Zins und Wachstum

Wie sich Unternehmen 2026 zwischen Finanzierungskosten und Investitionsdruck positionieren.

Viele Unternehmen im Bergischen Städte­dreieck stehen aktuell vor ähnlichen Herausforderungen: Investitionen sind notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber das Finanzierungsumfeld hat sich – gelinde gesagt – verändert. Die Zeit günstiger Kredite ist längst Geschichte. Ein Blick zurück zeigt die Dynamik. Anfang 2022 lag der zentrale Leitzins der Europäischen Zentralbank noch bei null Prozent. Bis 2023 stieg er auf über vier Prozent. Aktuell sind wir bei rund 2 Prozent, den anhaltenden Krisen zum Trotz.

Die Zinssätze für neue Unternehmenskredite liegen heute häufig im Bereich zwischen 4,5 und 6,5 Prozent, können aber je nach Branche und Risiko auch darüber liegen. Für Unternehmen ergeben sich daraus zwei zentrale Punkte: Die Planbarkeit hat sich verbessert, auch wenn Zinsänderungen weiterhin möglich sind. Gleichzeitig bleiben die Finanzierungskosten ein relevanterFaktor. Wer Investitionen per Kredit finanziert, muss die Zinskosten sauber einkalkulieren.

Da jede Branche andere Investitions- und Finanzierungsbedarfe hat, wirken sich auch die Zinsen unterschiedlich aus. Im verarbeitenden Gewerbe und in der Industrie ist der Kapitalbedarf traditionell hoch. Laut KfW-Mittelstands­panel entfallen rund 40 Prozent der gesamten Investitionen im Mittelstand auf diesen Bereich. Maschinen, Anlagen und Automatisierung erfordern nicht selten Investitionen im sechsstelligen Bereich.

Ähnlich zinssensibel ist die Bauwirtschaft. Hier spielen nicht nur eigene Investitionen eine Rolle, sondern auch die Finanzierung auf Kundenseite. Steigende Zinsen haben in den vergangenen zwei Jahren zu einem deutlichen Rückgang bei Bauinvestitionen geführt. Die Kreditnachfrage ist spürbar gesunken, Projekte werden verschoben oder ganz gestrichen.

Im Handel zeigt sich ein anderes Bild. Der Investitionsbedarf ist hier geringer, dafür spielt die Finanzierung des Umlaufvermögens eine größere Rolle. Lagerbestände und Zahlungsziele binden Kapital. Gerade hier schlagen steigende Zinsen schnell auf die laufenden Kosten durch, weil Betriebsmittelkredite und kurzfristige Linien genutzt werden.

In der Dienstleistungsbranche ist man deutlich weniger abhängig von klassischen Finanzierungen. Der Anteil an Investitionen in Sachanlagen ist geringer, oft liegt hier der Fokus auf Personal und Know-how. Entsprechend ist auch die Kreditnachfrage niedriger.

Neben den Zinsen hat sich auch die Praxis in der Kreditvergabe verändert. Banken prüfen genauer und entscheiden heute zurückhaltender als noch vor wenigen Jahren. Laut KfW-ifo-Kredit­hürde berichteten zuletzt rund 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen von restriktivem Verhalten ihrer Banken in Kreditverhandlungen. Damit liegt der Wert über dem lang­jährigen Durchschnitt von etwa 15 bis 20 Prozent.

Im Fokus der Entscheider auf Bankenseite steht vor allem die wirtschaftliche Stabilität. Unternehmen müssen ihre Entwicklung nachvollziehbar darstellen. Hier sind verlässliche Zahlen und klare Perspektiven gefragt. Auch die Kapitalausstattung spielt natürlich eine Rolle. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand liegt zurzeit bei gut 30 Prozent. Als solide gilt in vielen Fällen bereits eine Quote ab etwa 20 Prozent – abhängig von Branche und Geschäftsmodell.

Das aktuelle Zinsniveau zwingt Unternehmen dazu, sich intensiver mit dem Thema Finanzierung zu beschäftigen. Ein klarer Trend ist die breitere Aufstellung. Der klassische Bankkredit bleibt zwar nach wie vor das wichtigste Instrument, wird aber häufig ergänzt durch weitere Bausteine.

Eine zentrale Rolle spielt das Leasing. Gerade bei Maschinen, Fahrzeugen oder IT-Ausstattung ist es oft die bevorzugte Finanzierungsform. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Liquidität wird geschont und Investitionen müssen nicht komplett über Fremdkapital laufen.

Auch das Factoring gewinnt an Bedeutung. Dabei verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen spezialisierten Dienstleister und erhält den Großteil des Rechnungsbetrags sofort ausgezahlt. Das verbessert die Liquidität und verkürzt Zahlungsziele effektiv von mehreren Wochen auf wenige Tage. Laut dem Branchenverband Deutscher Factoring-Unternehmen lag das Factoring-Volumen in Deutschland zuletzt bei über 370 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Gerade für Unternehmen mit langen Zahlungsfristen oder starkem Wachstum kann das der richtige Weg sein.

Besonders sinnvoll ist Factoring vor allem für Unternehmen mit vielen gewerblichen Kunden, regelmäßigen Rechnungen und planbaren Umsätzen, etwa in Industrie, Handel oder Dienstleistungen. Wichtig ist dabei ein genauer Blick auf die Kosten. Neben einer Factoringgebühr fallen oft Zinsen für die Vorfinanzierung an, die sich am Marktzins orientieren. Je nach Anbieter und Risiko können diese Kosten zwischen etwa ein und drei Prozent des Forderungsvolumens liegen. Factoring ist kein Ersatz für klassische Kredite, kann aber ein Instrument sein, um Liquidität zu sichern und Ausfallrisiken zu reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Hebel sind Förderprogramme. Öffentliche Finanzierungsangebote, insbesondere über die KfW, bieten häufig günstigere Konditionen als klassische Bankkredite und verbessern so die Gesamtfinanzierung eines Vorhabens. Gerade im aktuellen Zinsumfeld kann das einen spürbaren Unterschied machen. Zu den zentralen Programmen gehört der ERP-Förderkredit für den Mittelstand, der sich für Investitionen und Betriebsmittel eignet und über die Hausbank beantragt wird. Für größere Vorhaben, etwa im Bereich Transformation oder Expansion, kommt der KfW-Unternehmerkredit in Frage, der sich an etablierte Unternehmen richtet.

Relevant sind vor allem Programme mit inhaltlichem Fokus. So unterstützt der KfW-Kredit für Energieeffizienz und erneuerbare Energien Investitionen in klimafreundliche Technologien, etwa bei Gebäuden, Maschinen oder Produktionsprozessen. Hier profitieren Unternehmen oft nicht nur von günstigeren Zinsen, sondern auch von Tilgungs­zuschüssen. Im Bereich Digitalisierung bietet der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit Finanzierungsmöglichkeiten für IT-Projekte, Automatisierung oder neue Geschäftsmodelle.

Im wachstumsorientierten Umfeld gewinnt auch Private Debt an Bedeutung. Dabei vergeben spezialisierte Finanzinvestoren Kredite außerhalb des klassischen Bankensystems. Diese Finanzierungen sind oft flexibler strukturiert, dafür aber in der Regel teurer. Sie kommen vor allem bei größeren Vorhaben oder in besonderen Situationen zum Einsatz.

Crowdfunding- und Crowdinvesting-Modelle sind vor allem für innovative Projekte oder junge Start-ups interessant sind. Im klassischen Mittelstand spielen sie bisher nur eine kleine Rolle, zeigen aber, wie vielfältig Finanzierungswege inzwischen geworden sind.

Der Blick in die Zukunft bleibt schwierig – aber einige Entwicklungen zeichnen sich bereits ab. Klar ist, dass die Phase extrem niedriger Zinsen vorerst nicht zurückkehren wird. Vieles spricht dafür, dass sich das Zinsniveau mittelfristig auf einem moderaten, aber dauerhaft höheren Niveau einpendelt als früher. Finanzierung wird also ein Kostenfaktor bleiben, der weiterhin aktiv gemanagt werden muss. Gleichzeitig sorgt die aktuelle Entwicklung für mehr Stabilität. Die starken Ausschläge der vergangenen Jahre haben nachgelassen, was Investitionsentscheidungen zumindest berechenbarer macht. ˆ

Der Mittelstand steht derzeit vor großen Herausforderungen. Multiple Krisenfaktoren wie die im internationalen Vergleich zu hohen Energie­kosten, der Fachkräftemangel, hohe Lohn­nebenkosten und eine überbordende Bürokratie belasten die Unternehmen massiv. In diesem Umfeld sind Wirtschaftsprüfer als Berater entscheidend, die nicht nur Zahlen prüfen, sondern Geschäftsmodelle tiefgreifend verstehen.

Seit drei Jahrzehnten begleitet Buth & Hermanns mittelständische Mandanten durch alle Phasen. Mit Standortenin Wuppertal und Düsseldorf und deutschlandweiten Aktivitäten, auch bei international operierenden Konzernen, ist die Gesellschaft eine feste Größe im Mittelstand. Dass dieser Weg konsequent verfolgt wird, bestätigt die Auszeichnung vom manager magazin: Buth & Hermanns gehört zum fünften Mal in Folge in 2026/27 zu Deutschlands besten Wirtschaftsprüfern mit fünf Sternen in allen Kategorien.

Besonders in schwierigen Zeiten zeigt sich die Stärke der Beratungsgesellschaft. Die Gründungspartner Andrea Katharina Buth und Michael Hermanns sind Herausgeber und Mitautoren des Standardwerks im Beck Verlag: „Sanierung, Restrukturierung, Insolvenz”, demnächst in der sechsten Auflage. Durch zahlreiche Fachpublikationen und Vorträge werden betroffene Unternehmen für diese Themen weiter sensibilisiert. Mit praktischer Erfahrung aus über 300 Projekten unterstützen die Berater Mandanten dabei, Krisen als Chance zu nutzen. Ein Sanierungsmöglichkeit kann z. B. das „StaRUG“ bieten – ein modernes Werkzeug, das finanzwirtschaftliche Sanierungen ermöglicht, bevor eine Insolvenz unvermeidbar wird. Diese Expertise kommt aus erster Hand: Michael Hermanns prägte viele Jahre als Mitglied und zuletzt Vorsitzer den IDW-Fachausschuss „Sanierung und Restrukturierung“.

Mit derzeit drei Partnern sowie über 30 Köpfen, davon 11 Berufsträger, ist die Gesellschaft gut aufgestellt, um den Mandanten mit maßgeschneiderten Lösungen zur Seite zu stehen. Als Mitglied der International Accounting Association (INAA) ist Buth & Hermanns weltweit vernetzt und kann auch Mandanten mit globalen Geschäftsaktivitäten zur Seite stehen. Unsere Mandanten schätzen die fachliche Expertise und können sich auf eine ganzheitliche Betreuung von BUTH & HERMANNS verlassen.

Der deutsche Mittelstand steht vor großen Herausforderungen: Klimaneutra­lität bis 2045, strengere EU-Richtlinien und ein wachsendes Bewusstsein für ökologische Verantwortung verändern die Rahmenbedingungen grundlegend. Hinzu kommen neue Erwartungen von Kundschaft und Investoren, die nachhaltiges Handeln zunehmend zur Voraussetzung für langfristigen Erfolg machen. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss ökologische und ökonomische Ziele in Einklang bringen. Genau hier setzt die Beratung der Sparkasse Wuppertal an.

Als kompetente Partnerinnen und Partner für die Transformation begleiten die Fachleute Unternehmen aus der Region: Von der ersten Potenzialanalyse über die Auswahl passender Maßnahmen bis zur Umsetzung helfen sie dabei, nachhaltige Investitionen planbar, finanzierbar und wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Mit gezieltem Einsatz öffentlicher Förder­mittel – wo möglich, etwa von KfW oder Landwirtschaftlicher Rentenbank – werden Projekte realisierbar, ohne die Liquidität zu belasten. Gleichzeitig senken Investitionen in klimafreundliche Technologien langfristig Betriebskosten, reduzieren regulatorische Risiken und stärken die Wett­bewerbsposition.

Ein wesentlicher Schlüssel liegt in der Transparenz: Ein ESG-Rating (Environmental, Social, Governance) zeigt, wo ein Unternehmen steht und wie es wahrgenommen wird. Die Beraterinnen und Berater der Sparkasse unterstützen bei der Erhebung relevanter Kennzahlen und der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten nach EU-CSRD-Standard. Ergänzend bietet das Kompetenzzentrum der Sparkassen für Nachhaltigkeit, die ProEco Rheinland, ein umfassendes Zuschuss-Beratungs-Portfolio. Mit dem Ziel maximaler Förderung ohne Kostenrisiko prüft das Team Förder­programme, übernimmt die Kommunikation mit Zuschussgebern und begleitet den gesamten Antragsprozess. Eine praktische digitale Ergänzung ist nawisio: Die All-in-One-Software-Lösung führt Schritt für Schritt durch CO₂-Bilanzierung, Lieferketten-Analyse und Berichterstattung – intuitiv und ohne Vorkenntnisse.

So wird aus nachhaltigem Handeln ein Wettbewerbsvorteil: Mit der Sparkasse Wuppertal gewinnen Unternehmen finanzielle Sicherheit und strategische Stärke. Denn wer heute nachhaltig investiert, gestaltet die Wirtschaft von morgen – gestützt auf regionale Expertise, Verantwortung und Partnerschaft.

Mehr Infos unter: www.sparkasse-wuppertal.de

Der Generationswechsel im Mittelstand ist in vollem Gange: Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn stehen zwischen 2022 und 2026 in Deutschland rund 190.000 Unternehmensnachfolgen an – allein in Nordrhein-Westfalen sind es rund 40.000. Doch für viele potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger ist die Finanzierung die größte Herau­s­forderung. Eigenkapital ist oft knapp und Banken verlangen Sicherheiten, die nicht immer vorhanden sind. Ohne passende Finanzierungsstruktur scheitern vielversprechende Übernahmen bereits in der Planungsphase.

Hier setzt die Bürgschaftsbank an. Mit unserer speziellen Nachfolge-Bürgschaft erleichtern wir die Finanzierung von Unternehmensübernahmen erheblich. Durch unsere Bürgschaft reduzieren wir das Risiko für die finanzierende Hausbank – so steigen die Chancen auf eine Kreditzusage deutlich. Das Besondere: Bei Nachfolgerinnen und Nachfolgern können wir die Eigenhaftung auf nur 20 Prozent der verbürgten Kreditsumme reduzieren. So werden Sie finanziell entlastet und können sich auf die erfolgreiche Unternehmensnachfolge konzentrieren.

Unser Ziel ist es, tragfähige Nachfolgelösungen zu ermöglichen und Unternehmen in die nächste Generation zu führen. Interessierte Nachfolgerinnen und Nachfolger sollten frühzeitig mit ihrer Bank oder Sparkasse sprechen und die Möglichkeiten einer Bürgschaft prüfen.

Nutzen Sie die Expertise unserer Finanzierungsprofis und unser umfassendes Netzwerk. Ob Banken oder Sparkassen, Landesförderinstitute, Unternehmens- oder SteuerberaterInnen, die Kammern oder Verbände – unser Netzwerk ist umfassend und unterstützt Sie bei Ihrem Nachfolgevorhaben.

Erfahren Sie mehr über Ihre Finan­zierungsmöglichkeiten bei unseren kostenlosen Beratungssprechtagen. Oder informieren Sie sich direkt auf unserer Internetseite nrw.ermoeglicher.de

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