Netzwerken mit Nutzen - Frauen zusammenbringen

Seit Ende 2024 ist Dragana Novakovic Geschäftsführerin der Maku Gastronomie GmbH in Solingen. Als solche führt sie auch viele Events durch, unter anderem das Format Women‘s Chair für und mit Frauen.

Wie kam es dazu, dass Sie Women`s Chair ins Leben gerufen haben?

Das lag einfach auf der Hand. Die Location mit dem großen, offenen Gastraum und der Bühne bietet sich für solche Events mit bis zu 200 Menschen an. Als wir eine Zeitlang in den USA gelebt haben, lernte ich durch Freunde Diane von Fürstenberg kennen. Die Art, wie sie „Hof hält“, Menschen miteinander verbindet und zusammenbringt, hat mir so imponiert, dass ich mir schon lange gewünscht habe, Gastgeberin für eine Talkrunde für und mit Frauen zu sein.

Welche Art von Events finden hier statt?

Vor allem Firmenveranstaltungen, Workshops, Tagungen, private Feiern, weniger Partys. Die Erfahrung zeigt, dass bei Events, die bis tief in die Nacht dauern, auch viel kaputtgeht. Die Business Breakfasts, die wir in Kooperation mit renommierten Unternehmen anbieten, kommen zum Beispiel auch sehr gut an.

Rund dreimal im Jahr laden Sie zum Women`s Chair ins Maku ein. Da kommen circa fünf Frauen auf die Bühne, teilen ihre Ideen oder Best Practices, und die Besucherinnen zahlen für das rund dreistündige Tagesevent vierzig Euro. Geht das Konzept auf?

Ja, auf jeden Fall. Vor allem, weil die Mischung der Frauen, die teils aus der Region, teils von weither kommen, stimmig ist. Ich erlebe dabei immer wieder, dass Frauen über sich hinauswachsen und anderen eine große Inspiration sein können. Ich nenne das ‚Glow‘, also, wenn der Funke überspringt. Bisher gab es immer positives Feed-back. Außerdem sind im Preis auch Getränke und ein leckerer Lunch enthalten. Das passt.

Woher der Name des Events, Women`s Chair?

Der Name ist eng mit meiner persönlichen Geschichte verbunden. Meine Mutter war als Ärztin und Abteilungsleiterin in Vollzeit tätig und dennoch hat sie es jeden Tag geschafft, für uns frisch zu kochen und sich um alles zu kümmern. Sie war für mich das Sinnbild von Stärke, Verantwortung und Fürsorge – und genau diese Haltung spiegelt sich im „Women’s Chair“ wider: Frauen, die Verantwortung übernehmen, gestalten und dabei ihren eigenen Weg gehen.

Heute leiten Sie die Geschäfte der Maku Gastronomie GmbH, früher waren Sie unter anderem Partner Business Manager bei Codecentric, welche Skills bringen Sie dafür mit?

Ich habe unter anderem Management, Marketing und Sales sowie Politikwissenschaften studiert. Meine praktische Erfahrung konnte ich insbesondere bei Codecentric in den Bereichen Marketing und Vertrieb sammeln. Darüber hinaus war ich im Eventbereich tätig – von der Organisation hauseigener Veranstaltungen bis hin zu nationalen und internationalen Messeauftritten. Diese Kombination aus strategischem Denken, operativer Umsetzung und Kommunikationsstärke hilft mir heute in meiner Rolle als Geschäftsführerin.

2020 verbrachten Sie mit Ihrem Mann Mirko Novakovic einige Monate in San Francisco, wo er beruflich zu tun hatte, kamen aufgrund von Corona nach Solingen, ein Kulturschock?

Ach, nein, es fühlte sich vertraut und gut an. Wir sind damals als Familie [Anm. der Red.: das Paar hat drei schulpflichtige Kinder] mit meinem Mann in die USA, um zu schauen, ob uns das Leben dort gefällt. Durch Corona änderte sich alles. Die Chancen, andere Menschen kennenzulernen, waren gering. Nach einigen Wochen Homeschooling und Co wurde es uns allen zu viel. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind zurück. Nach einer Station in Teilzeit als Customer Success Managerin wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete mit Telo ein auf Hautpflegeprodukte spezialisiertes Unternehmen – ein Projekt, das mir persönlich sehr am Herzen lag. Gleichzeitig musste ich feststellen, dass dieses Geschäftsfeld mit besonderen Markt- und Wettbewerbsherausforderungen verbunden ist. Deshalb habe ich dieses Unternehmen nun zugunsten meines Engagements bei Maku aufgegeben.

Ihr Mann hat die ehemalige Konsumgenossenschaft an der Prinzenstraße gekauft und ein Restaurant und einen Coworking-Space geschaffen. War von Anfang an geplant, dass Sie einsteigen?

Sein Unternehmen hatte damals noch woanders seinen Sitz. Ihn trieb aber der Gedanke um, dass man, wenn man gute Leute holen möchte, ihnen auch ein ansprechendes Umfeld bieten muss, vor allem: eine coole Location, um mittags etwas zu essen. So sind er und nun auch ich zu Gastronomen geworden, eher zufällig.

Nun gehen Sie es aber mit ganzem Herzen an?

Auf jeden Fall. Das ist eine tolle Sache, denn wir haben ja vier Standorte derzeit mit über 60 Mitarbeitern, feste und freie. Erst Anfang März haben wir die Maku Bar am Gräfrather Markt wiedereröffnet. Das erfordert alles viel Fingerspitzengefühl und man muss auch die Leute motivieren, ihr Bestes zu geben. Gerade, wenn Events anstehen, ist viel Einsatz gefragt. Da ist es meine Aufgabe, alles gut zu koordinieren und eben auch da zu sein, wo man mich braucht. Ich habe überhaupt kein Problem damit, zu sagen, wir lernen dazu.

Was gefällt Ihnen besonders gut im Bergischen Land?

Wie so vielen anderen auch: die Natur. Man ist hier schnell im Grünen und das wiederum ist so wichtig, um runterzukommen und aufzutanken. Ich genieße vor allem die tollen Ausblicke, egal, wo man hier auf einer Berg- oder Hügelspitze ankommt. Das sind besondere Momente.

Ihr Geheimtipp hier im Städtedreieck?

Es ist einfach so, dass viele Menschen, die zum ersten Mal zu uns in die Prinzenstraße ins Restaurant und den New-Forge-Coworking-Space kommen, sagen: So etwas hab‘ ich in Solingen nicht erwartet. Für mich ist dieser Ort und sind auch unsere anderen Maku-Standorte eine Art Geheimtipp, weil sich Menschen dafür begeistern, wohl-fühlen und wiederkommen.

Das Gespräch führte Liane Rapp.

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