Erfolgreich seit 1938 - Mode zu Outlet-Preisen

Der Name „Mengel & Mengel“ ist in Wuppertal ein Begriff. Aus der 1938 gegründeten Kleiderfabrik ist längst ein reiner Handel mit Herren- und Damenbekleidung geworden, der in dritter Generation erfolgreich geführt wird.

Textilhandel ist ein schwieriges Geschäft. Inhabergeführte Geschäfte kämpfen gegen die Konkurrenz durch Online-Plattformen und Anbieter von Billigwaren. Doch während viele über rückläufige Umsätze klagen, blickt Mathias Mengel optimistisch in die Zukunft, „Wir sind erfolgreich, die Umsätze stimmen. Ich wäre stolz darauf, wenn die Firma 2038 das 100-jährige Bestehen feiert“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer der Mengel und Mengel KG. Unter dem Namen „Das Bekleidungs-Magazin“ verkauft die Firma in den Geschäftsräumen in Wuppertal-Oberbarmen an der B51 aktuelle Kollektionen für Damen und Herren internationaler Markenhersteller. Das Erfolgsrezept beruhe auf Rabatten von rund 30 Prozent unter dem empfohlenen Verkaufspreis (UVP), aber auch auf einem hohen Serviceanspruch, den man mit rund 30 engagierten, treuen Mitarbeitern umsetze.

Wer die 1.000 Quadratmeter großen Verkaufsräume an der Straße Rauental betritt und das fein präsentierte Warenangebot durchstöbert, sieht mit einem Blick auf die Preisschilder, was er oder sie spart. Neben dem UVP der Hersteller steht der tatsächliche Preis von Anzügen, Krawatten, Jeans, Hemden, Pullovern, Shirts, Blazern, Blusen, Röcken, Jacken, Mänteln, Herrenschuhen und Outdoor-Bekleidung bis hin zu Wanderschuhen. „Diese Abteilung haben wir 2009 neu im Basement eröffnet“, erinnert sich Mengel, der das Geschäft seit 1998 in dritter Generation führt. Über eine Treppe oder mit dem Lift gelangt man in den weitläufigen Hauptverkaufsraum mit einer Herren- und Damenabteilung. Einen besseren Standort als die Randlage Wuppertals könne er sich nicht vorstellen – nicht nur wegen der günstigeren Ladenmiete, sondern auch, weil Kunden aus dem Bergischen Land gratis vor der Tür parken können. 2014 habe er ein Nachbargrundstück erworben, um weiteren Parkraum anzubieten.

Ein Selbstläufer war der Erfolg in der langen Firmengeschichte nicht. Mit Mut, Kreativität und einem Gespür für notwendige Anpassungen wie der Umstellung von der Fabrikation auf den reinen Handel sei es gelungen, in der hart umkämpften Textilbranche zu bestehen. Der Ursprung geht zurück auf das Jahr 1938, als die Firma Cramer und Kromberg in Brausenwerth Kinderbekleidung in der eigenen Fabrik herstellte. „Die Garderobe genoss früher noch eine ganz andere Wertschätzung“, resümiert der Firmenchef. Er ist ein Enkel von Willi Mengel, der mit seinem Vetter die Fabrik 1951 übernahm. Als in den 60er-Jahren klassische Knabenkleidung kaum mehr nachgefragt wurde, entschlossen sich die Firmennachfolger, Karl-Heinz und Bernd Mengel, die Produktion auf Fertigung von Herren-Anzügen und -Sakkos umzustellen, die sich so gut verkauften, dass sogar Lohnbetriebe beschäftigt wurden. Später wurde die Produktion ganz nach Griechenland verlagert. Doch lange Transportwege führten immer wieder zu Lieferverzögerungen.

So stand 1983 die nächste große Veränderung an. „Meine Vorgänger hatten eine bahnbrechende Idee. Neben dem Verkauf der selbst gefertigten Anzügen und Sakkos setzten sie auf einen Direktverkauf hochwertiger Markenkleidung für Herren und Damen zu deutlich reduzierten Preisen“, sagt Mathias Mengel. Die Rechnung ging auf. Unterstützt durch Brigitte Mengel, die den Einkauf leitet, führe er die Geschäftsidee weiter – allerdings ohne eigene Fabrikation. Einen vor 15 Jahren eingeführten Onlinehandel habe er vor zwei Jahren wieder aufgegeben, weil angesichts der hohen Provisionen, die die großen Plattformen verlangen, und einem riesigen Arbeitsaufwand mit Retouren kein Gewinn übrig blieb. Im „analogen“ Kerngeschäft spiele die Beratung eine große Rolle. „Wir fragen immer nach dem Anlass und der Funktion, die die neue Kleidung erfüllen soll“, betont Mengel. Hauptkunden seien die „Best-Ager“ aus dem Bergischen Land. Die junge Generation gewinne man, wenn Eltern ihre Kinder für die Abiturfeier oder andere besondere Anlässe einkleiden. Jüngste Neuerung sei daher die Abteilung für festliche Kleidung.

Text: Sólveig Pudelski

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