Baden im Freibad Mählersbeck - Schmuckstück für heiße Tage
Nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet die Stadt Wuppertal mit der „Mäh“ ihr einziges städtisches Freibad wieder. 22,4 Millionen Euro wurden am Standort investiert. Trotz der langen Bauzeit: Die Stadt ist stolz auf das Ergebnis.
Seit September 2020 mussten die Wuppertaler darauf warten, wieder das Freibad Mählersbeck besuchen zu können. In dem Jahr war die „Mäh“, wie das Bad liebevoll genannt wird, die letzte Saison vor dem großen Umbau geöffnet. Nun, nach knapp sechs Jahren Bauzeit, konnte die Stadt Wuppertal das noch einzige städtische Freibad wiedereröffnen. Im Jahr 2022 wurde nach vielen Analysen, Schadstoffprüfungen und Probebohrungen mit den ersten Abbrucharbeiten begonnen, im Mai 2023 starteten die Rohbau- und Tiefbauarbeiten. „Dabei stießen unsere Fachleute unter anderem auf unerwartete Herausforderungen im Baugrund und es mussten noch viele weitere Hürden genommen werden“, erklärt Alexandra Szlagowski, Leiterin des Sport- und Bäderamtes der Stadt Wuppertal. Etwas, das auch Projektleiter Matthias Schulte bestätigen kann: „Am Anfang wird immer geschätzt, wie lange so ein Projekt dauert und wie teuer es in etwa wird. Zu diesem Zeitpunkt hat man aber noch keinen Überblick über das, was einen wirklich erwartet. Vieles stellt sich erst im Laufe der Bauphase heraus“, betont er. „Hinzu kamen in diesem Fall Ereignisse wie die Coronakrise und der Ukrainekrieg. Beides hat die Baukosten ungemein in die Höhe getrieben.“ Insgesamt lag die Investition am Ende bei 22,4 Millionen Euro. Der Bund unterstützte das Projekt mit einer Förderung von vier Millionen Euro aus dem Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen. Und für diese Investition ist viel passiert am Standort. Insgesamt erwartet die Besucherinnen und Besucher eine Wasserfläche von 1.300 Quadratmetern.
„Wir bieten nun modernste Technik und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für alle Altersklassen auf einem völlig neu gestalteten Gelände“, so Alexandra Szlagowski. Der neueKinderspielbereich hat nun einen Wasserspielplatz und liegt direkt neben der Gastronomie. „So können die Kinder spielen und die Eltern sitzen direkt daneben und haben sie im Blick. Natürlich bei den klassischen Freibadpommes. Die gehören einfach dazu. Auch jetzt nach dem Umbau.“ Es gibt, neben dem Schwimmerbecken, ein Erlebnisbecken mit einer Wellenrutsche, die von der Wuppertaler Firma Coroplast und von der Bezirksvertretung Oberbarmen gesponsert wurde, sowie einen neuen Spielplatz, einen Kletterfelsen und Calisthenics-Geräte. „Zudem wird im nächsten Jahr noch eine Felsenrutsche hinzukommen“, verrät Matthias Schulte. Ganzjährig wird die zweiteilige Skulptur „Sun Light Screens“ des Wuppertaler Künstlers Jonas Hohnke im Bad zu bewundern sein.
Besonders stolz ist die Stadt Wuppertal auch auf die technischen Neuerungen im Bad. So ist die „Mäh“ das erste Freibad in Deutschland, das rein mit Holzpellets betrieben wird. Alle Becken im Bad sind dauerhaft beheizt und haben 24 Grad. „Zudem hat das Schwimmerbecken eine Abdeckung, um über Nacht den Wärmeverlust gering zu halten. Wir haben hier eine große Ersparnis, wenn man bedenkt, dass wir früher an einem Tag so viel Gas verbraucht haben wie zehn Einfamilienhäuser in einem Jahr“, so Matthias Schulte. „Alles in allem ist es ein Schmuckstück geworden, das als unser einziges städtisch verbliebenes Freibad eine zentrale Rolle für den Vereinssport, das Schulschwimmen sowie alle Freizeitaktivitäten hat“, ergänzt Alexandra Szlagowski und dankt allen, die das Projekt während der Bauphase begleitet haben. Aus Kostengründen hatte die Stadt 2011 und 2012 die bis dahin städtischen Freibäder Eckbusch, Vohwinkel und Mirke an Vereine abgegeben. „Die beiden erstgenannten sind nach wie vor in Betrieb, in der Mirke soll in naher Zukunft ein Naturfreibad entstehen“, so Szlagowski. Somit ist von vier städtischen Freibädern eins geblieben. Doch an der Mäh will die Stadt auch in Zukunft festhalten. „Freibäder mögen auf den ersten Blick Luxus sein, sie erfüllen jedoch wichtige gesellschaftliche Funktionen. Sie steigern nicht nur die Lebensqualität, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Vereins- und Schwimmsport – insbesondere angesichts der hohen Nichtschwimmerquote“, sagt Szlagowski.
Text: Desirée Brünger