Globaler Technologieführer - Hundert Jahre Innovationskraft
Was 1925 als kleine Manufaktur für Beleuchtungslösungen begann – der Firmenname REO steht für „Reklame Erster Ordnung“ –, hat sich zu einem der führenden Hersteller von induktiven, resistiven und elektronischen Komponenten entwickelt.
Gegründet wurde das Unternehmen von Boris von Wolff und Hans Hase damals in Berlin, zu einer Zeit, als die Kino- und Werbeindustrie aufblühte und die beiden in das Geschäft mit Leuchtreklame und der Beleuchtung für Kinosäle einstiegen. Schon zwei Jahre später kamen Schalt- und Prüfgeräte sowie Transformatoren auch für die Großindustrie dazu – Produkte, die für das stehen, was REO auch heute noch ausmacht. Den entscheidenden Schritt ins Bergische Land vollzog das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg, auch aus der Not heraus, weil die Produktionsstätten in Berlin zerstört waren: 1946 entstand in Solingen ein neuer Betriebsstandort, nun Hauptsitz der REO AG.
Mit rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vier Produktionsstätten in Deutschland, einem Entwicklungsbüro in Berlin sowie Vertriebsniederlassungen in Europa, Nordamerika und Asien ist die REO AG international breit aufgestellt. Hinzu kommt ein Joint Venture in Indien, wo spezifische Produkte für die indische Bahn entstehen. Im Produktportfolio sind rund 11.000 Produkte, darunter sind etwa Drosseln, Transformatoren, Widerstände, Stromversorgungen, EMV‑Komponenten und Steuerungen. In Solingen entwickelt, fertigt und prüft REO unter dem Markennamen Reovib Steuerungen und Zubehör für die Automatisierungstechnik. „V steht hier für Vibration, denn der Einsatzschwerpunkt liegt in der Vibrationsfördertechnik. Dieses Spezialgebiet der industriellen Fördertechnik kommt überall dort zum Einsatz, wo unterschiedlichste Fördergüter zuverlässig durch Montage-, Verpackungs- oder Abfüllmaschinen zugeführt werden müssen. Die Anwendungsbereiche sind dabei vielfältig“, erklärt Vorstandsvorsitzender Philip Twellsieck, der das Unternehmen gemeinsam mit einem vierköpfigen Vorstandsteam leitet.
Fast die Hälfte des Umsatzes von circa 42 Millionen Euro machen die Bahn- und Medizin-Technik aus. Relativ neu sind die Rüstungsindustrie und der Bereich der Luftraumüberwachung hinzugekommen. „Im Grunde können unsere Produkte überall da zum Einsatz kommen, wo Strom sicher und effizient in industriellen Applikationen eingesetzt wird, etwa bei Prüfständen für die Elektromobilität“, so Philip Twellsieck. Ebenso in Flugzeugen, Schiffen oder Hochgeschwindigkeitszügen, erklärt er: „Die von uns hergestellten Komponenten werden teils unter dem Zug oder auf dem Dach verbaut. In Ländern, in denen über 40 Grad Celsius, eine hohe Luftfeuchtigkeit oder Sandstürme herrschen, sind sie also höchster Beanspruchung ausgesetzt – und sollen zuverlässig funktionieren. All das wird auch hier erprobt und geprüft.“ Neben Standardprodukten realisiert REO vor allem kundenspezifische Lösungen, die auf individuelle technische Anforderungen und Einsatzbedingungen zugeschnitten sind, so Philip Twellsieck: „Wir sind kein Massen-Hersteller.
Für uns zählen in erster Linie Sicherheit, Effizienz und Normkonformität.“ Und durch die enge Verbindung von Entwicklung und Fertigung in Solingen kann REO schnell Prototypen in Serie überführen und spezielle Nischenlösungen anbieten. Gefeiert wurde das Firmenjubiläum mit Show und Gala-Dinner in Berlin-Neukölln – da, wo alles begonnen hatte. „Diese Wahl haben wir bewusst getroffen, auch, um gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden und Partnern an unsere Wurzeln zu erinnern“, so Philip Twellsieck.
Text: Liane Rapp