- Die Bergische Wirtschaft vor 50 Jahren

Ein Blick ins Archiv verrät: Nachrichten bleiben lange interessant. Manche Nachricht ist heute kurios, manche lange vergessen, manche Texte sind noch heute hochaktuell. Wir blicken mit Ihnen ab jetzt in loser Folge in das Archiv der Bergischen Wirtschaft. Heute: August 1976.

Der neugeschaffene Bezirksplanungsrat beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf hat auf seiner jüngsten Sitzung in Wuppertal einen Ausschuß gegründet, der sich mit den Problemen grenzüberschreitender Planungen befassen soll. Dies berichtete Dr. Horst Jordan, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Wuppertal, vor den Industrieausschüssen der bergischen Industrie und Handelskammern Remscheid, Solingen und Wuppertal, die gemeinsam in Wuppertal unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Dipl.-Ing. C. O. Bauer tagten.

Dr. Jordan, der die neun Industrie- und Handelskammern des Regierungsbezirks in diesem erst seit einigen Monaten bestehenden wichtigen Planungsgremium vertritt, betonte, daß diese Entscheidung für das Bergische Land von großer Bedeutung sei, weil es durch die kommunale Neugliederung trotz seiner einheitlichen Struktur in zwei Planungsräume aufgeteilt worden sei und mannigfache grenzüberschreitende Probleme zu lösen habe.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Bezirksplanungsrates gehört die Erstellung des Gebietsentwicklungsplanes und der Teilentwicklungspläne, von denen der für das bergische Städtedreieck Remscheid–Solingen–Wuppertal mit ihrem Neuland als erster beraten wird. Dr. Jordan informierte die Ausschüsse über die weiteren Aufgaben des Rates, zu denen die Beratung des Regierungspräsidenten in Fragen des Städtebaus, des Verkehrs, der Wasserwirtschaft, der Abfallbeseitigung und vieler anderer Themen gehört, und schilderte die Zusammensetzung des Gremiums, das für die künftige Entwicklung der Wirtschaft viele Grunddaten setze.

Der Unterrichtung über Studiengänge der Gesamthochschule Wuppertal, die auf eine berufliche Tätigkeit in der gewerblichen Wirtschaft hinführen, galt ein weiterer Beratungspunkt der Industrieausschüsse. Gründungsrektor Prof. Dr. Gruen und einige weitere Mitglieder des Lehrkörpers der Gesamthochschule berichteten vor dem Ausschuß der drei bergischen Kammern, daß sich die Gesamthochschule in den nächsten Jahren dem Zustrom der geburtenstarken Jahrgänge gegenübersehen werde und man bis 1980 mit 9 000 Studienplätzen zu rechnen habe.

Die Gesamthochschule könne sich mit der in den vier Jahren ihrer Gründungsphase erreichten Besetzung ihrer Lehrstühle durchaus mit älteren Universitäten messen, wenngleich auch hier noch kein Abschluß erreicht sei. Neben der Lehre zähle auch die Forschung zu den wichtigsten Aufgaben der GHS. Prof. Laermann MdB erläuterte das System der integrierten Studiengänge und berichtete, daß beispielsweise in der Bautechnik jeweils etwa die Hälfte der Studenten zum Kurzzeitstudium (6 Semester mit Abschluß Ing. grad.) und zum Langzeitstudium (8 Semester mit Abschluß Dipl.-Ing.) tendierten.

Die verschiedenen Studienmöglichkeiten im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stellte dessen Dekan, Prof. Kappler, vor. Er wies insbesondere auf das breite Spektrum der Fächerkombination hin und berichtete, daß die junge Gesamthochschule Wuppertal inzwischen auch die erste Habilitation verzeichnen kann. Die lebhafte Diskussion mit den bergischen Wirtschaftlern hinterließ den Eindruck, daß hier durch konkrete Informationen wieder ein Stück mehr Verständnis für die Gesamthochschule erreicht werden konnte.

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