Hipper Treffpunkt in Solingen-Wald - Zuhause fühlen

Mit dem Café Loco haben Marie Meyer und Sharon Büll einen Ort in Solingen-Wald geschaffen, der gemütlicher Treffpunkt und ein Stück gelebte Nachbarschaft zugleich ist. Zum Café gehört auch ein Concept Store.

Seit der Eröffnung im Oktober 2025 hat sich das Café Loco am Walder Rundling rasch zu einer Institution entwickelt. Das Konzept der beiden Gründerinnen lautet: „Kaffee, Wein und alles dazwischen.“ Sechs Jahre lang arbeiteten Marie Meyer und Sharon Büll gemeinsam im Service in der Walder Kult-Gaststätte Al B’Andy. Dort reifte der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Als dann das Ladenlokal des Unverpacktladens Hannelise frei wurde, war für sie der richtige Moment gekommen: „Wir haben uns gesagt: Jetzt oder nie.“ Und dabei studiert Marie Meyer Wirtschaftsrecht und Sharon Büll macht eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin.

„Nach einem Jahr können wir sagen, dass es die richtige Entscheidung war, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, sagt Marie Meyer voller Überzeugung. „Das Café läuft richtig gut. Von Mamas mit ihren Babys über Schüler und Schülerinnen bis zu älteren Semestern kommen hier alle zusammen und fühlen sich wohl. Wir sind beide hier im Stadtteil großgeworden. Klar, dass wir auch viele kennen. Und wenn die Leute mit einem Lächeln hier hereinkommen, haben wir alles richtig gemacht.“

Wie bei ihren Vorgängerinnen konnte man im Café Loco auch das erste Jahr unverpackte Waren kaufen. „Nach reiflicher Überlegung haben wir uns aber nun entschieden, die Fläche anders zu nutzen und eine gemütliche Ecke mit Sofa ins Café zu integrieren. Natürlich gehört nachhaltiger, bewusster Konsum weiterhin zu unserem Konzept“, sagt Sharon Büll. So werden alle Kuchen von Marie Meyer selbst gebacken und die Zutaten für die gegrillten Fladenbrote und Cookies sind meist Bio und regionaler Herkunft – Gemüse etwa kommt von einem Bauernhof in Solingen, der Kaffee von der Rösterei Rigano aus Remscheid.

Sehr beliebt sind die „Stulle des Monats“, die variantenreich zusammengestellt wird, und auch der „Loco Saison Spritz“, mal mit Maracuja, mal mit Bratapfel, je nach Jahreszeit. Und natürlich die Kaffeespezialitäten, die zu soliden Preisen angeboten werden, der Flat White etwa für 3,80 Euro. Wenn Aktionen von Geschäften in der Nachbarschaft anstehen, sind sie ebenso begeistert dabei wie auch bei den „Walder Theatertagen“ oder dem Feierabendmarkt. Drinnen gibt es für circa 40 Gäste Platz, draußen auf der Terrasse für genauso viele. Verstärkung erhalten die beiden von sieben Teilzeitkräften. Freundlichkeit und Service-Orientierung sind ihnen wichtig. „Wir legen Wert darauf, dass sich hier jeder willkommen fühlt. Das vermitteln wir auch all denen, die hier arbeiten. Und wenn etwas nicht so klappt, wie wir es uns vorstellen, versuchen wir das klar, aber freundlich anzusprechen, ohne das schlechte Laune oder Stress aufkommen.“

Unterschätzt haben sie, sagt Meyer, wie viele Aufgaben anfallen und wie viel Zeit das neben der Präsenz im Café in Anspruch nimmt – von Einkaufslisten über Dienstpläne, Buchhaltung bis zur Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden. Neben dem reinen Café bleibt ein kleiner Bereich als Verkaufsfläche. Da steht Keramik ebenso wie Likör von „Wuppergold“ und Kaffee- und Espressobohnen der Rösterei „zwei:Kaffeebrüder“ aus Solingen zum Verkauf. „Das ist der Bereich Concept Store, den wir auch gern beibehalten wollen“, erklärt Sharon Büll. Junge Gastronomie mit Haltung – ein Konzept, das in Solingen bisher noch selten ist, hier am Standort in Wald super funktioniert.

Text: Liane Rapp

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