Hinterhofromantik an der Hindenburgstraße - Treffpunkt mit Tradition

Das POM in Remscheid kann auf eine 35-jährige Geschichte zurück­blicken. Auf 1.200 Quadratmetern Fläche gibt es Proberäume, Gastro und einen Veranstaltungssaal.

Es war am 19. Juni 1991, als drei Freunde die Point of Music Studiovermietungs-GmbH gründeten und damit den Startschuss für eine heute 35-jährige Geschichte in der Remscheider Kulturszene gaben. Eineinhalb Jahre dauerte damals die Bauphase des Veranstaltungszentrums POM, wie es heute alle nennen, an der Hinden­burgstraße 12a. Etwas versteckt auf einem Hinterhof findet man den Eingang zu einem Ort, der weit mehr bietet als eine Studiovermietung und einen Veranstaltungsraum. „Wir sind ein über Jahrzehnte gewachsener Treffpunkt für Musik, Kultur, kreative Arbeit und besondere Erlebnisse in Remscheid“, sagt Peter Kaschubiak, einer der damaligen Gründer und seit nun mittlerweile knapp 30 Jahren alleiniger Geschäftsführer. Am 31.12.2002 fand die erste Veranstaltung in den Räumen statt, mit 250 Leuten. „Damals durften noch 400 Menschen rein. Seit der Loveparade in Duisburg wurde die Anzahl aus Sicherheitsgründen auf 200 reduziert“, so Kaschubiak. Entstanden ist das POM aus der Idee der drei Freunde, darunter zwei Musiker, ein Proberaumzentrum zu schaffen, auch für sich selbst.

„Irgendwann haben wir dann größer ge-dacht und so ist das Zentrum nach und nach gewachsen.“ Nach dem Ausscheiden der beiden anderen Gründer hat Peter Kaschubiak das Konzept ein wenig umgestellt. „Heute habe ich 28 fest vermietete Proberäume hier. Teilweise sind es zwei oder drei Bands, die sich einen Proberaum teilen. Manche von ihnen sind schon 15 Jahre oder länger bei mir. Und selbst in der Coronazeit war ich ausgebucht.“ Die Bands kommen dabei nicht nur aus Remscheid, sondern auch aus Wuppertal, Hagen, Köln oder Düsseldorf. „Wenn ein Raum frei wird, ist er auch ruckzuck wieder weg“, freut sich der Geschäftsführer. Neben den Proberäumen bietet das POM auch noch einen Raum mit gut 100 Quadratmetern, Tageslicht und ohne Schallschutz. „In dem Raum finden meistens Künstlerinnen und Künstler ihr Zuhause. Aktuell ist er seit sieben Jahren vermietet.“

Das dritte Standbein des Kulturzentrums sind Veranstaltungen mit Musikern von A-Z. Hierfür gibt es einen großen Veranstaltungsraum. „Ich habe immer wieder verschiedene Coverbands hier. Aber auch bekannte Musiker wie Rosenstolz, Brings oder Scooter sind hier schon aufgetreten“, so der 70-Jährige. Außerdem kann der Raum für private Feiern oder Firmen­events gebucht werden. „Inklusive komplettem Service. Wir kümmern uns um alles.“ Wir, das sind Peter Kaschbiak, der das POM schon immer nebenberuflich betreibt, sein einziger Mitarbeiter und gegebenenfalls Aushilfen.

„Es bedarf schon einer großen Leidenschaft, so etwas zu betreiben und zu pflegen. Dreimal habe ich beispielsweise den großen Veranstaltungsraum seit der Gründung verändert. Das letzte Mal 2011. Er sieht jetzt schon ganz anders aus als früher. Aber im Grunde genommen hat man ja immer was zu knöstern bei so einem großen Projekt.“ 1.200 Quadratmeter Gesamtfläche hat dieses „große Projekt“, der kleinste Proberaum ist sechs Quadratmeter groß. „Hinzu kommt ja noch eine Gaststätte, die heute nur noch dienstags bis donnerstags von 19 bis 20 Uhr geöffnet ist. Früher war die jeden Tag für mehrere Stunden offen.

Aber die Zeiten der klassischen Gaststätte sind heute vorbei“, weiß Kaschubiak, der eigentlich Diplom-Mathematiker ist und in der Schule unterrichtet hat. „Das hier ist immer mein Ausgleich gewesen. Gelebt habe ich davon nie. Von Kultur allein zu leben, ist unglaublich schwer.“ An die 1.500 Veranstaltungen haben an der Hindenburgstraße bis Ende 2025 statt­gefunden. Darunter auch Mittelalter-Tage, Musik-Castings, Seniorenschwoofs, Platten­börsen, Whisky-Tastings oder Karnevalsfeten. „Grundsätzlich findet man unser Angebot auf unserer Internetseite. Hier bekommt man einen kleinen Einblick in unser Leben hier“, so Kaschubiak.

Desirée Brünger

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