Ausgezeichnetes Start-up - Zahntechnik neu definiert

Krone, Implantat oder Brücke – Zahnersatz wird vom Zahntechniker digital konstruiert und vom Fräszentrum produziert. Das Solinger Unternehmen Prinoa Dental setzt auf digitale Fertigung, neue Technologien und Online-Prozesse.

Für sein Konzept erhielt das Unternehmen den Gründerpreis 2025 NRW. Die Jury würdigte unter anderem, wie aus einer Idee im Solinger Coworking Space Coworkit ein erfolgreiches Technologieunternehmen entstanden ist. „Meine Mitgründer und ich sind angetreten, um neue Maßstäbe in der digitalen Zahntechnik zu setzen. Mit einer vollständig digitalisierten Fertigung und einem transparenten Bestellprozess – so einfach wie in einem guten Online-Shop“, so beschreibt Marcus Kalb, Geschäftsführer von Prinoa Dental, die Geschäftsidee.

Das Ziel war von Beginn an klar: mehr Service, Kundennähe und Effizienz in der Zahntechnik. „Früher wurden Modelle für Implantate, Schienen und Kronen manuell gefertigt. Mittlerweile gibt es zwar modernere Maschinen, aber der Prozess von der Bestellung des Zahnersatzes bis hin zum endgültigen Produkt dauert bisher einfach zu lang.“ Das sollte mit Prinoa Dental anders werden und ist seit dem Start im Jahr 2022 ein Merkmal, das das Unternehmen auszeichnet: Dentallabore können rund um die Uhr Bestellungen aufgeben und per Echtzeit-Status nachverfolgen. Bei Bestellungen vor 18 Uhr erfolgt der Versand direkt am Folgetag. Jedes Produkt wird mit innovativen Materialien und neuen Technologien gefertigt und vor Versand manuell überprüft. Dahinter steckt eine eigens entwickelte Software, die den gesamten Bestell- und Fertigungsprozess digital abbildet. Das Konzept scheint anzukommen: Aus den drei Gründern ist inzwischen ein Team von rund 20 Mitarbeitenden geworden.

Auch technologisch geht Prinoa Dental neue Wege. „Wir haben es geschafft, unseren Kunden Prothetik in einer ganz neuen Qualität anzubieten“, sagt Marcus Kalb. „Als erstes Dentalunternehmen weltweit setzen wir den Lumia X1 von Axtra3D ein. Das 3D-Drucksystem nutzt die sogenannte Hybrid Photo Synthesis-Technologie und ermöglicht eine extrem präzise Fertigung von Dentalprodukten.“ Durch moderne 3D-Druckverfahren können besonders präzise und glatte Modelle gefertigt werden. Auch Gipsmodelle lassen sich auf diese Weise digital herstellen. Bei der Herstellung von Metallgerüsten kommt das Laser-Melting-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird Metallpulver Schicht für Schicht aufgetragen und mit einem Laser verschmolzen. So entstehen hochfeste und passgenaue Bauteile. Die Kunden von Prinoa Dental sind so-wohl große als auch kleinere Dentallabore. „Uns geht es darum, hochwertige und kostengünstige Arbeiten anzubieten und den Arbeitsalltag von Laboren einfacher zu machen. Jedes Labor soll von unserem Handwerk und unserem Service profitieren können“, betont Marcus Kalb. „Kundennähe und Kommunikation sind uns deshalb besonders wichtig.“

Er erzählt begeistert. „Diese Arbeit macht einfach Spaß, denn sie ist kreativ und spannend. Es gibt keinen Standardtag.“

Und er verschweigt nicht, dass der Weg zum Erfolg nicht immer einfach war: „Das erste Jahr war wirklich hart; wir hatten unter anderem mit der Energiekrise zu kämpfen.“ Mit Durchhaltevermögen und Leidenschaft hat sich das junge Unternehmen dennoch weiterentwickelt. „Ich bin stolz, dass unser Ehrgeiz anerkannt wird und wir so viele Menschen begeistern können. Ich hoffe, dass wir als Team noch viele weitere Möglichkeiten entdecken und umsetzen werden.“

Text: Eva Rüther

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