-

Neuigkeiten aus der Bergischen Industrie- und Handelskammer Wuppertal, Solingen, Remscheid

Rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft haben in der Glashalle der Stadtsparkasse Wuppertal die Verleihung des 23. Wuppertaler Wirtschaftspreises verfolgt. Im Mittelpunkt der Gala standen drei Preisträger, die von unabhängigen Fachjurys ausgewählt wurden.

Als Jungunternehmen des Jahres wurde die BMU Energy Consulting GmbH ausgezeichnet. Das aus der Bergischen Universität hervorgegangene Unternehmen berät Kommunen, Stadtwerke und Netzbetreiber bei der Planung klimaneutraler Energie­infrastrukturen. Das Team um die Gründer Michael Becker, Tobias Müller und Björn Uhlemyer unterstützt Kunden dabei, die Energiewende effizient und wirtschaftlich umzusetzen.

Den Stadtmarketingpreis erhielt das Open Ground. Der Elektroclub im umgebauten Tiefbunker am Döppersberg hat sich durch sein kompromissloses Soundkonzept und seine offene Willkommenskultur internationale Aufmerksamkeit erarbeitet. Betreiber Markus und Christine Riedel nahmen die Auszeichnung stellvertretend für das rund 80-köpfige Team entgegen.

Unternehmen des Jahres wurde Riedel Communications. Das 1987 von Thomas Riedel gegründete Unternehmen entwickelt Kommunikationstechnologien für internationale Sport- und Entertainmentveranstaltungen. Für Thomas Riedel ist es die zweite Auszeichnung nach 2003: „Den wichtigsten Wirtschaftspreis der eigenen Heimatstadt zu bekommen, ist etwas ganz Besonderes.“

Die Wirtschaftssenioren NRW sind ein Zusammenschluss ehemaliger Unternehmer­innen und Unternehmer sowie Führungs­kräfte verschiedener Branchen. Ehrenamt­lich bringen sie ihre Erfahrung in die Beratung von Existenzgründern, Unter­nehmensnachfolgern sowie kleinen und mitt­leren Unternehmen ein.

Im Bergischen Land unterstützen die Wirtschaftssenioren etwa Gründerinnen und Gründer bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftskonzepte, begleiten Unternehmensnachfolgen und stehen Unternehmen bei betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und strategischen Fragestellungen zur Seite. Darüber hinaus beraten sie Betriebe in Krisen- und Veränderungs­situationen sowie angehende Gründer.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie dem Startercenter der IHK und den Jobcentern in Wuppertal und Solingen. Zudem engagieren sich die Wirtschaftsseni­oren in der Weiterbildung und Qualifizierung öffentlicher Einrichtungen. Für Unternehmen und Gründer stehen in Wuppertal sechs ehrenamtliche Berater zur Verfügung.

Ziel der Wirtschaftssenioren ist es, Unternehmen mit praxisnaher, unabhängiger und vertraulicher Beratung zu unterstützen.

Kontakt und Informationen:
https://wirtschaftssenioren-nrw.de

Anfang Oktober präsentierten Solingen Business und die Stadt-Sparkasse Solingen den 17. Berg-Pitch. Vor vollem Haus im Sparkassen-Forum stellten fünf Start-ups ihre Geschäftsideen vor Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Investorinnen und Investoren sowie dem regionalen Gründungsnetzwerk vor. Insgesamt wurden Preis- und Sachleistungen im Wert von 10.000 Euro vergeben.

Den ersten Platz belegte Spree Monitoring aus Berlin und Düsseldorf. Das Start-up hat ein Verfahren zur kontinuierlichen Ultraschallüberwachung von Brücken und Ingenieurbauwerken entwickelt, das Schäden im Beton erkennt, bevor sie äußerlich sichtbar werden. Auf Rang zwei folgte Barricadix. Die Plattform analysiert Risiken durch Fahrzeuge bei Veranstaltungen und liefert Kommunen sowie Veranstaltern passende Schutzmaßnahmen einschließlich Ausschreibungsunterlagen. Dadurch sollen Gutachten deutlich beschleunigt werden.

Den dritten Platz und den Publikumspreis erhielt das Solinger Start-up Wellenpuls. Das Unternehmen bietet ein Rückentrainingskonzept für Beschäftigte mit tragba­rem Gurtsystem, Onlinekursen und persönlicher Begleitung an. Vierter wurde Kompass360°, das Arbeitsbelastungen in Logistik und Industrie misst und daraus Handlungsempfehlungen ableitet. Platz fünf ging an Elterngeld Buddy. Die App unterstützt Eltern bei der Beantragung von Elterngeld und soll künftig weitere Familienleistungen integrieren.

Bei Walbusch ist der Generationswechsel nun auch auf Gesellschafterebene abgeschlossen. Nach 50 Jahren unternehmerischer Tätigkeit hat Thomas Busch seine verbliebenen Unternehmensanteile an seinen Sohn Christian Busch übertragen.

Thomas Busch übernahm das Solinger Unter­nehmen 1976 mit 45 Beschäftigten und einem Umsatz von rund fünf Millionen Euro. Bis 2008 entwickelte sich die Walbusch-Gruppe zu einem Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitenden und 320 Millionen Euro Umsatz. Für seine unternehmerischen Leistungen erhielt Busch unter anderem die Auszeichnungen „Versender des Jahres“, den „Lifetime Award“ des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel sowie den Deutschen Handelspreis.

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg prägte auch gesellschaftliches Engagement seine Unternehmerlaufbahn. So gründete er 1998 die Busch Stiftung Seniorenhilfe. Seit 2008 fördert die Walbusch-Jugendstiftung „Zukunft durch Bildung“ die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen.

Unter der Leitung von Christian Busch setzt die Unternehmensgruppe ihren Wandel zu einem Anbieter mit vielfältigen Vertriebskanälen fort. Neben dem Online-Geschäft gehören dazu Shop-in-Shop-Konzepte, neue Filialen und die internationale Expansion. Die Walbusch-Gruppe beschäftigt heute mehr als 1.000 Mitarbeitende.

Mit dem Ehrenamtspreis „Wuppertaler“ ist Dr. Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger-Gruppe und IHK-Vizepräsident, in der Kategorie Gesellschaft ausgezeichnet worden. Die Stadt Wuppertal verleiht die Auszeichnung seit 1999 jährlich an Bürger­innen und Bürger, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren.

In einem LinkedIn-Beitrag bezeichnete Groß den Preis als eine seiner bedeutendsten Auszeichnungen. Der „Wuppertaler“ habe für ihn einen besonderen Stellenwert, da damit gesellschaftliches Engagement gewürdigt werde. Zudem betonte er seine

Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen: „Ich bin Wuppertaler, lebe gerne im Bergischen Land, einer eben nicht-wohlhabenden Region, aber einer Region mit Menschen, die sich aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen für unsere Stadt und Region einsetzen und das Bergische Land lebens- und liebenswert machen.“

Neben Groß erhielten auch Nicole Bölt (Reparaturinitiative Machbar), Wasseh Gbete Epse Essiomle (Westafrika-Hilfe Wuppertal), Alfred Honermann (Wuppertal), Regina Küchler (Kleingartenverein Böhlerfeld), Gerhard Schnell (Bürgerverein Dönberg) und Eva Waldschütz (Pro Familia NRW und Wupperfrauen) die Auszeichnung.

Die tiefgreifende Transformation der Automobilbranche stellt insbesondere Zulieferunternehmen vor große Herausforderungen. Wie sich der Strukturwandel aktiv gestalten lässt, zeigte das Transformationsnetzwerk Traiber.NRW auf seiner Jahresveranstaltung am 14. Oktober. Das vom Wirtschaftsministerium geförderte Verbundprojekt unterstützt die Automobil­zulieferindustrie in der Bergischen Region bei der strategischen Neuausrichtung. Die Koordination liegt beim Institute for Technologies and Management of Digital Transformation (TMDT) der Bergischen Universität. Weitere Partner sind Automotiveland.NRW, Hochschule Bochum, Bergischer Bildungscampus und Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Ergebnisse aus sechs Strategiedialogen, mehr als 15 betrieblichen Fallstudien sowie über 50 Interviews und Workshops mit Unternehmen. Die Untersuchungen liefern Erkenntnisse zu Transformationsprozessen, technischen Herausforderungen und Qualifizierungsbedarfen in der Branche. Deutlich wurde, dass Unternehmen vor allem bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz, der Digitalisierung von Entwicklungs- und Fertigungsprozessen sowie bei modernen Führungs- und Veränderungskonzepten ansetzen müssen. Gleichzeitig sehen die Projektpartner Handlungsbedarf bei der Standortentwicklung. Um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden, müsse die Attraktivität der Bergischen Region weiter gestärkt werden. Die im Projekt entwickelten Werkzeuge, Leitfäden und Qualifizierungsangebote stehen den beteiligten Unternehmen bereits für die praktische Anwendung zur Verfügung.

Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm hat die IHK Lehrwerkstatt Solingen besucht und sich über deren Beitrag zur Fachkräfte­sicherung informiert. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Jenny Westermann, Aufsichtsratsvorsitzendem Curt Mertens und den Ausbildern machte er sich ein Bild von den Ausbildungs- und Qualifizierungsangeboten der Einrichtung. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Auszubildenden und Umschülern, die von ihren ersten Erfahrungen, ihrem beruflichen Werdegang und ihren Zukunftsplänen berichteten.

„Wer hier mit den Auszubildenden und Umschülern spricht, merkt schnell, wie wichtig solche Angebote für Solingen sind“, betonte Flemm. Die Lehrwerkstatt eröffne Menschen berufliche Perspektiven und unterstütze Unternehmen dabei, dringend benötigte Fachkräfte zu qualifizieren. Deshalb ermutigte er die Betriebe, weiterhin in Ausbildung und Weiterbildung zu investieren.

Die IHK Lehrwerkstatt unterstützt Unternehmen bei der Ausbildung des Fachkräfte­nachwuchses in Metallberufen. Zum Angebot gehören die Metallgrundausbildung, Fach- und Prüfungsvorbereitungslehrgänge sowie Weiterbildungsmaßnahmen. Darüber hinaus ermöglicht sie Erwachsenen durch Umschulungen den Einstieg in neue Berufe. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von dem Angebot. Sie können Ausbildungsinhalte praxisnah und auf hohem fachlichen Niveau vermitteln lassen, ohne dafür sämtliche technischen und personellen Voraussetzungen selbst vorhalten zu müssen. Die Lehrwerkstatt ergänzt die betriebliche Ausbildung und trägt dazu bei, die Qualität der Qualifizierung zu sichern.

„Die Lehrwerkstatt ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Industriestandortes“, sagte Curt Mertens. Nicht jedes Unternehmen könne alle Ausbildungsinhalte oder technischen Möglichkeiten eigenständig abbilden. Durch die Bündelung von Ressourcen werde sicher­gestellt, dass junge Menschen eine hochwertige Ausbildung erhalten und den Betrieben qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Auch Geschäftsführerin Jenny Westermann hob die Bedeutung der Einrichtung hervor. Ziel sei es, regionale Unternehmen als verlässlicher Partner bei Ausbildung und Qualifizierung zu unterstützen und gleichzeitig Interesse an industriellen Berufen zu wecken. Der Austausch mit den Auszubildenden und Umschülern habe deutlich gemacht, dass hinter dem Thema Fachkräftesicherung auch immer individuelle Lebenswege und persönliche Zukunftsperspektiven stehen.

Seit dem 1. Oktober ist Thomas Grigutsch neuer Hauptgeschäftsführer der Bergischen Industrie- und Handelskammer. Der studierte Volkswirt war bereits seit einigen Jahren stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Die Vollversammlung hatte Grigutsch am 30. Juni zum neuen Hauptgeschäftsführer gewählt. Thomas Grigutsch folgt jetzt auf Michael Wenge, der diese Funktion fast 25 Jahre lang ausgeübt hat.

Der Wechsel in der Hauptgeschäftsführung fand im Rahmen einer Sitzung der Vollversammlung, dem Parlament der bergischen Wirtschaft, im Galileum Solingen statt. Die Vollversammlungsmitglieder dankten Michael Wenge mit Standing Ovations für seinen jahrzehntelangen erfolgreichen Einsatz für die bergische Wirtschaft.

Michael Wenge wird in anderer Funktion weiter für die IHK-Organisation tätig sein und künftig überregionale Aufgaben in der Gesundheitswirtschaft und im Bereich der Medienpolitik wahrnehmen.

Am 17. September kam der Berufs­bildungs­ausschuss der Bergischen IHK zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt stand die Wahl des alternierenden Vorsitzes: Für die Arbeitgeberseite wurde Marie-Luise Hasler, für die Arbeitnehmerseite Guido Grüning gewählt. Beide übernehmen den Vorsitz im Wechsel.

Der Berufsbildungsausschuss ist ein wichtiges Gremium der beruflichen Bildung. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber, Arbeitnehmer sowie der berufsbildenden Schulen an. Gemeinsam setzen sie sich für die Qualität und Weiter­entwicklung der dualen Ausbildung und Fortbildung in Wuppertal, Solingen und Remscheid ein.

Zu den Aufgaben des Ausschusses gehören die Beratung aktueller bildungspolitischer Themen sowie die Mitwirkung an wichtigen Entscheidungen der Aus- und Weiterbildung. Mit der neuen Amtsperiode setzt das Gremium seine Arbeit fort, um die berufliche Bildung in der Bergischen Region praxisnah und zukunftsorientiert zu gestalten.

Der Fernsehbeitrag „Wirtschaft im Stresstest – ein Jahr unter Mittelständlern“ von Klaus Scherer gewinnt den IHK-Preis für Wirtschaftsjournalismus „Ernst Schneider“ in der Kategorie Video. Die ARD-Dokumentation zeigt beispielhaft Sorgen und Zuversicht im Mittelstand, der tragenden Säule der deutschen Wirtschaft.

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger 2026 sind Sandra Pfister (Deutschlandfunk) mit dem Podcast „Crashkurs – Wirtschaft trifft Geschichte“, Wolfgang Würth (Der neue Tag) mit einer Strecke über das Oberpfälzer Unternehmen Ziegler sowie Felix Holtermann und Thomas Jahn vom Handels­blatt mit ihrem exzellent recherchierten Text über das US-amerikanische Softwareunternehmen Palantir.

Den Starterpreis für junge Journalistinnen und Journalisten erhält Nicolas Killian (Die Zeit), der seit zwei Jahren aus dem Silicon Valley in Kalifornien / USA berichtet.

Der Sonderpreis geht an Mary Abdelaziz-Ditzow. Die Journalistin und Buchautorin gründete und leitet die Wirtschaftsredaktion der Plattform „Finanzfluss“. Dort produziert sie ihren täglichen Podcast „Im Loop“.

Die Preisträger wurden im Frankfurter Hof der Stadt Mainz vor mehr als 300 Gästen aus Wirtschaft, Medien und Politik geehrt – die Preisgala richteten die IHK für Rheinhessen und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) aus. Thomas Grigutsch, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK, war ebenso unter den Gästen wie etwa Dr. Helena Melnikov, Haupt­geschäftsführerin der DIHK (siehe Foto).

Den mit insgesamt 52.000 Euro dotierten IHK-Preis für Wirtschaftsjournalismus stiften die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Er wird seit 1971 verliehen und ist der größte Preis für Wirtschaftsjournalismus in Deutschland.

Mit dem IHK-Preis für Wirtschaftsjournalismus fördern die Industrie- und Handelskammern seit vielen Jahren Qualitätsjournalismus. Ausgezeichnet werden Beiträge, die wirtschaftliche Themen pointiert erklären, gesellschaftliche Entwicklungen einordnen und wirtschaftspolitische Debatten bereichern. Der Preis hebt Formate hervor, die Wirtschaft nahbar und verständlich machen.

https://ernst-schneider-preis.de

https://www.dihk.de/de/ueber-uns/wettbewerbe-und-ehrungen/ihk-preis-fuer-wirtschaftsjournalismus-ernst-schneider/ihk-preis-fuer-wirtschaftsjournalismus-ernst-schneider-2026-die-gewinner-187246

Bergische IHK ist gegen mögliche Anhebung des Grundsteuer-Hebesatzes in Remscheid

Die Bergische IHK hat ihr Regionalradar um zwei neue Indikatoren zu den Gewerbe- und Grundsteuer-Hebesätzen im Bergischen Städtedreieck erweitert. Demnach liegen die Grundsteuer-Hebesätze in Wuppertal und Remscheid deutlich über dem Durchschnitt der kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens. Für Betriebsgrundstücke beträgt der Durchschnittswert in NRW 851 Prozent. Vor allem in Remscheid ist der entsprechende Wert mit 1.058 Prozent ausgesprochen hoch.

„Die Stadt Remscheid sollte daher von ihren Überlegungen Abstand nehmen, den Hebesatz im Jahr 2028 weiter anzuheben“, fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Grigutsch. Die Städte müssten auf ein wettbewerbsfähiges Steuerniveau achten, um Standortnachteile zu vermeiden. „Die Haushaltskonsolidierung darf nicht zu Lasten der Unternehmen gehen, die unter der Strukturkrise der deutschen Wirtschaft leiden“, so Grigutsch abschließend.

Das Regionalradar der Bergischen IHK zeigt grafisch aufbereitete Kennzahlen der drei Bergischen Großstädte.

regional-radar.de

Die aktuelle IHK-Auswertung der Realsteuerhebesätze aller 396 Städte und Gemeinden für das Jahr 2026 zeigt: 78 Kommunen beziehungsweise 19,7 Prozent haben 2026 ihren Gewerbesteuerhebesatz erhöht – das ist der erste flächendeckende Anstieg der Gewerbesteuersätze seit Jahren. Lediglich fünf Kommunen haben ihn gesenkt.

Der ungewichtete NRW-Durchschnitt steigt von 461,8 auf 465,1 Hebesatzpunkte. Noch deutlicher ist die Bewegung bei der Grundsteuer B: Beim für Nichtwohngrundstücke und damit für die Wirtschaft relevanten Hebesatz verzeichnet die IHK-Auswertung 127 Erhöhungen – das entspricht 32,1 Prozent aller Kommunen. 49 Kommunen senkten den Hebesatz, 220 ließen ihn unverändert.

Simon Rodenbach, Fachpolitischer Sprecher für Steuern, Finanzen und öffentliche Wirtschaft von IHK NRW, sagt dazu: „Die Gewerbe- und Grundsteuerbelastung für Unternehmen in NRW müssen mittel- bis langfristig wieder auf das Bundesniveau herangeführt werden. Gerade in einem intensiven Standortwettbewerb dürfen überdurchschnittliche Belastungen Investitionsentscheidungen in Nordrhein-Westfalen nicht zusätzlich erschweren.“

105 Absolventinnen und Absolventen haben ihre IHK-Abschlussprüfung mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen. Die Bergische IHK hat sie am 22. September im Rahmen ihres

„Bestivals“ in der Alten Schlossfabrik in Solingen geehrt. Als „Bester der Besten“ erhielt Tobias Lian Königs eine besondere Auszeichnung. Der Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Printmedien, erzielte das beste Prüfungsergebnis aller 105 Geehrten. Königs absolvierte seine Ausbildung bei der Stadtverwaltung Solingen und besuchte das Technische Berufskolleg Solingen.

Insgesamt hatten 2.364 Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer an den Winterprüfungen 2025/2026 und den Sommerprüfungen 2026 teilgenommen. 105 von ihnen – rund 4,4 Prozent – erreichten die Bestnote „sehr gut“. Die Geehrten wurden in 57 Ausbildungsbetrieben und 18 Berufskollegs ausgebildet. Unter ihnen sind auch Umschülerinnen und Umschüler sowie Prüfungsteilnehmende, die aufgrund ihrer Berufserfahrung zur Abschlussprüfung zugelassen wurden.

IHK-Vizepräsidentin Katrin Becker und Marie-Luise Hasler, Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses der Bergischen IHK, gratulierten den Prüfungsbesten und würdigten ihre besonderen Leistungen. „Die duale Ausbildung ist ein zentraler Pfeiler unserer wirtschaftlichen Stärke und ein Markenzeichen Deutschlands. Ihre Erfolge heute sind ein Beweis dafür, dass dieses Modell lebendig ist und sich ständig weiterentwickelt“, sagte Becker.

Marie-Luise Hasler hob hervor, dass hinter den hervorragenden Prüfungsergebnissen weit mehr stehe als fachliches Wissen: Engagement, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung für den eigenen beruflichen Weg zu übernehmen. Mit Blick auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftebedarf betonte Becker zugleich die Bedeutung einer starken beruflichen Bildung. Die Arbeitswelt verändere sich durch Digitalisierung, neue Technologien und Künst­liche Intelligenz. Umso wichtiger sei es, Ausbildung kontinuierlich weiterzuentwickeln und jungen Menschen zu vermitteln, welche beruflichen Perspektiven ihnen eine duale Ausbildung eröffnet.

Ein besonderer Dank galt den Ausbildungsbetrieben, Ausbilderinnen und Ausbildern, Berufskollegs sowie den ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern. Sie alle tragen dazu bei, jungen Menschen eine hochwertige berufliche Ausbildung zu ermöglichen und die Fachkräftebasis der Region zu sichern.

Mit dem „Bestival“ stellt die Bergische IHK die Prüfungsbesten und ihren Erfolg bewusst in den Mittelpunkt. In festivalähnlicher Atmosphäre wurden die Absolventinnen und Absolventen auf der Bühne ausgezeichnet und gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern, Lehrerinnen und Lehrern sowie weiteren Gästen gefeiert. Musik und persönliche Begegnungen bildeten den Rahmen für einen Abend, der zeigen sollte: Ein herausragender Ausbildungsabschluss ist nicht nur eine besondere Leistung, sondern auch ein Anlass zum Feiern.

Um die klimaresiliente Gestaltung von Unternehmensgebäuden ging es im Oktober in einem Webinar der Bergischen IHK. Die Empfehlung dort: Einen ersten Überblick über die Gefährdung des Unternehmens durch Extremwetterereignisse bietet der Klimaatlas Klima NRW Plus. Für die genauere Evaluation ist dann der von der Bodensee-Stiftung entwickelte kostenlose Quick Check ein geeignetes Tool, bei dem die Exposition, Sensitivität und Vulnerabilität anhand eines Excel-basierten Systems ermittelt werden können. „Werfen Sie gerne einen Blick darauf“, empfiehlt IHK-Referent Leonard Brenner. In der konkreten Umsetzung von Maßnahmen können dann Landschaftsgestalter weiterhelfen - diese bieten etwa Lösungen an wie Retentions- und Biodiversitätsdächer sowie Begrünungs- und Bewässerungssysteme.

Der Quick Check:

https://www.bodensee-stiftung.org/tools-methoden/quick-check-zur-klimawandelanpassung-von-liegenschaften

75 Jahre
(Oktober)
Ing. G. Linker GmbH
Chemische Fabrik
Kleiberweg 42
42111 Wuppertal

150 Jahre
(Oktober)
Diefenbach Verpackungen
Rosenkamper Str. 40-46
42719 Solingen

(November)
Carl Aug. Picard GmbH
Haster Aue 9
42857 Remscheid

Die Konjunktur im Bergischen Städtedreieck bleibt schwach, ein Aufschwung zeichnet sich nicht ab. Die Lage der heimischen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Frühjahr kaum verändert: 33 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage als schlecht, nur 18 Prozent als gut. Etwa die Hälfte meldet befriedigende Geschäftszahlen. Der Geschäftslagesaldo, das heißt die Differenz der positiven und negativen Lageeinschätzungen, sinkt im Vergleich zur vorherigen Umfrage geringfügig um zwei auf minus 15 Punkte. Dies zeigen die Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 504 Unternehmen mit 18.100 Beschäftigten beteiligt haben.

Erneut bewerten nur die Dienstleister ihre Geschäftslage überwiegend positiv. Ein Lichtblick sind insbesondere die Kreditinstitute. Das gestiegene Zinsniveau verbessert die Margen der Banken und Sparkassen im Kreditgeschäft. In den übrigen Wirtschaftssektoren dominieren dagegen die negativen Lageurteile. Die Industrie und das Verkehrs­gewerbe stagnieren auf niedrigem Niveau. Der Groß- und Einzelhandel bilden im Branchenvergleich das Schlusslicht. Die hohen Kraftstoffpreise schmälern die Kaufkraft der Bürger und belasten den privaten Konsum.

Im Vergleich der drei bergischen Großstädte bewertet die Solinger Wirtschaft sowohl ihre derzeitige Lage als auch ihre Perspektiven für die kommenden Monate positiver als die Unternehmen in den beiden Nachbarstädten. Die Remscheider Wirtschaft ist am wenigsten zufrieden.

Bei den Geschäftsaussichten für die kommenden Monate überwiegen in allen Branchen die Pessimisten. „Die Unternehmen stehen erheblich unter Druck, knapp ein Drittel befürchtet in den kommenden Monaten einen Umsatzrückgang“, erläutert IHK-Präsident Henner Pasch. Die Industrie hofft allerdings, von den stark steigenden Staatsausgaben zu profitieren und ist deshalb etwas zuversichtlicher als der Handel und der Dienstleistungssektor.

Die Energie- und Rohstoffpreise bleiben die am häufigsten genannten Risikofaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer zählen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland zu den wichtigsten Geschäftsrisiken. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist weiterhin hoch. „Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erodiert, sodass der Reformbedarf immer größer und dringender wird. Der Bürokratieabbau kommt

aber nicht voran und auch der Anstieg der Arbeitskosten, insbesondere der Lohnnebenkosten, bereitet der bergischen Wirtschaft erhebliche Probleme“, so Pasch.

Die umfangreichen öffentlichen Investitionen führen bislang nicht dazu, dass die privaten Investitionen anziehen. Das Vertrauen in einen nachhaltigen Aufschwung ist gering. Mehr als ein Viertel der Unternehmen plant, Arbeitsplätze abzubauen.

Auch die duale Berufsausbildung steht unter Druck: Knapp ein Drittel der Ausbildungsbetriebe erwartet, in den kommenden 12 Monaten weniger Ausbildungsverträge abzuschließen.

Nur die Dienstleister bewerten ihre Lage eher positiv, in der Industrie und im Handel herrscht eine pessimistische Stimmung.

Viele Fragen hatten die rund 80 Teilnehmer zum 4. KI-Summit Anfang Oktober in die Bergische IHK in Wuppertal mitgebracht. Eine spannende Keynote kam von Karine Gromada, die als Head of Product & AI Solutions bei Dashdock wegweisende KI-gestützte Retail-Software entwickelt und am Institut für IT-Management & Digitalisierung (FOM Hochschule) zu Human-AI-Interaction, AI Governance und Cognitive Science forscht. Sie führte aus, dass Künstliche Intelligenz auf ein angenehmes Nutzererlebnis aus sei und dem Gehirn kritisches Denken und Hinterfragen genau dort abgewöhne, wo es aber dringend gebraucht werde.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten Akteure aus verschiedenen bergischen Institutionen ihren KI-Einsatz vor und welche Chancen, aber auch welche Grenzen sich hierdurch ergeben.

In den Workshops zu den Themen „Marktforschung mit KI“, „KI und Mensch“ und „Datenzentren als Treiber für Cleantech“ tauschten sich die Teilnehmer rege aus und arbeiteten aktiv mit. In zwei weiteren Workshops und in den Pausen hatten die Teilnehmer viel Raum für Diskussionen untereinander. Abgerundet wurde der Summit von einer kleinen Fachausstellung von KI-Akteuren aus der Region, die sich zuvor in einem Pitch vorgestellt hatten. Der KI-Summit bringt Unternehmer und Institutionen aus dem Bergischen Land zusammen, um sich über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auszutauschen. Hierzu luden die Bergische IHK, die Gründerschmiede Remscheid, das Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur sowie weitere engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus der Region ein.

Das KI-Netzwerk und der KI-Summit wurden 2025 ins Leben gerufen. Werden Sie Teil des Netzwerks und registrieren sich heute! Alle weiteren Infos zum Netzwerk sind unter dem QR-Code zu finden.

bit.ly/bergisch-ki-netzwerk

Wie können Unternehmen ihren Fachkräfte­bedarf durch Neueinstellungen, Qualifizierung und Ausbildung junger Menschen decken? Welche Beratungsangebote und finanziellen Fördermöglichkeiten gibt es? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Unternehmerfrühstücks am 5. Oktober in der Bergischen IHK.

Mehr als 20 Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Agentur für Arbeit und der Bergischen IHK auszu­tauschen. Im Fokus standen konkrete Unterstützungsangebote. An verschiedenen Informationsständen konnten die Teilnehmenden ihre individuellen Fragen direkt mit den zuständigen Ansprechpartnern besprechen und sich über Fördermöglichkeiten informieren. Die Veranstaltung zeigte, wie die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Arbeitsverwaltung Unternehmen dabei unterstützen kann, Fachkräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und langfristig zu sichern.

Wie heizen die Wuppertaler im Jahr 2045? Darum ging es bei der Sitzung des IHK-Bezirksausschusses Wuppertal unter Leitung von IHK-Vizepräsident Dr. Andreas Groß. Auf Einladung von WSW-Chef Markus Hilkenbach trafen sich die Mitglieder am 5. Oktober bei den Wuppertaler Stadt­werken. Mit dabei war auch der neue IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Grigutsch.

Die WSW-Experten Max Gierkink und Dr. Kai-Uwe Dettmann stellten die Kommunale Wärmeplanung für Wuppertal vor und informierten über den aktuellen Sachstand zum Fernwärmeausbau in Wuppertal.

Daraus ergab sich eine spannende Diskussion: Wie realistisch sind die Zeitpläne für die Umsetzung und welche Kosten sind zu erwarten?

Weitere Themen waren die städtischen Baustellen und der Glasfaserausbau. Der städtische Beigeordnete Gunnar Ohrndorf zeigte auf, wie in Wuppertal Baustellen bisher koordiniert werden und welche Verbesserungen hier kommen sollen. Er machte aber auch deutlich, wie komplex die Situation angesichts tausender Baumaßnahmen verschiedenster Auftraggeber sei. Außerdem informierte er über den Stand des Glasfaserausbaus in Wuppertal und die zugrundeliegenden Regelungen.

Ein Blick ins Archiv verrät: Nachrichten bleiben lange interessant. Manche Nachricht ist heute kurios, manche lange vergessen, manche Texte sind noch heute hochaktuell. Wir blicken mit Ihnen ab jetzt in loser Folge in das Archiv der Bergischen Wirtschaft. Heute: November 1976.

Erster verkaufsoffener Samstag
bereits am 27. November

Nach den Bestimmungen des Ladenschlussgesetzes dürfen die Verkaufsstellen des Einzelhandels an vier Samstagen vor Weihnachten bis 18 Uhr geöffnet sein. In diesem Jahr fallen die verkaufsoffenen Samstage auf den 27. November sowie den 4., 11. und 18. Dezember.

Hintergrund: Heute gibt es immer wieder Auseinandersetzungen um verkaufsoffene Sonntage – während in anderen Ländern sonntags regulär eingekauft werden kann. Dass es immer schon Auseinandersetzungen um Öffnungszeiten gab, zeigt ein Blick in die Zeitschrift „Wirtschaftliche Mitteilungen“ der IHK Wuppertal und Niederberg vom 15. November 1976.

Damals wurden die „Langen Samstage“ in der Vorweihnachtszeit gemeldet. 1956 ist die bundesweite Regelung für Ladenöffnungszeiten getroffen worden, in der vier Samstage vor Weihnachten explizit enthalten waren – ansonsten durfte immer nur am ersten Samstag des Monats lange, bis 18 Uhr, geöffnet sein.

Der monatliche „Lange Samstag“ fällt 1996 weg. Damals beschließt die Regierung, dass die Öffnungszeiten an Werktagen von 18.30 auf 20 Uhr sowie an Samstagen von 14 auf 16 Uhr ausgedehnt werden. Dafür fällt - ausgenommen an den vier Wochenenden vor Weihnachten – der „Lange Samstag“ weg.

Mit Ihrer Erlaubnis verwenden wir Google Analytics, um den Traffic auf dieser Website zu analysieren. Sie können Ihre Entscheidung jederzeit unter Datenschutzerklärung ändern.