Gastronomische Institution - Küche mit Ambition
Das Scarpati blickt auf eine mehr als 50-jährige Geschichte der stilvollen Gastronomie in Wuppertal zurück. Seit gut zwei Jahren hat das Restaurant eine neue Leitung.
Ein Haus mit langer Geschichte muss sich weiterentwickeln, wenn es lebendig bleiben will. Diesem Motto haben sich Tristan Raff und Aleksandar Jevdevic verschrieben, als sie vor gut zwei Jahren das Traditionsrestaurant Scarpati an der Scheffelstraße in Wuppertal-Vohwinkel übernommen haben. Das Restaurant blickt auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurück, die durch den aus Italien stammenden Gründer Aniello Scarpati geprägt wurde. Er hatte das Haus zu einer gastronomischen Institution gemacht, die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurde. 2005 hatte das Scarpati als erstes Restaurant Wuppertals einen Michelin-Stern erhalten, die Auszeichnung konnte bis 2007 gehalten werden.
Nach dem Tode von Aniello Scarpati im Jahr 2020 führte Gattin Anke das Restaurant zunächst weiter. Vier Jahre später übergab sie es an Raff und Jevdevic, die zu dem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren im Scarpati gearbeitet hatten. Als Motiv für die Übernahme des Hauses sagt Tristan Raff: „Für mich ist das Scarpati wie eine Familie!“ Tristan Raff und Aleksandar Jevdevic führen das Scarpati als Geschäftsführer weiter, geben aber auch in der Küche den Ton an. Ihre Küche setzt auf internationale Raffinesse und regionale Verwurzelung, Frische und Qualität der Lebensmittel bilden die oberste Leitlinie. Der Service ist geprägt von Aufmerksamkeit dem Gast gegenüber. Freundliche Gespräche und ein stilvolles Ambiente sind ein elementarer Bestandteil des Geschäftsmodells. „Unser Anspruch ist es, nicht nur Speisen zu servieren, sondern Erlebnisse zu schaffen“, erklären die beiden Geschäftsführer.
Dabei ist der gebürtige Wuppertaler Raff vor allem für die Entwicklung des Hauses und die Geschäftsstrategie zuständig, Kompagnon Jevdevic, der in Kroatien das Kochen gelernt hat, steht für die kulinarische Handschrift. Unterstützt werden die beiden von einem erfahrenen und eingespielten Team in Küche und Service. Restaurantleiter Jörg Speck und seine Mitarbeitenden empfangen in dem Restaurantbereich, der auf eine ruhige und klassische Gestaltung setzt. Bis zu 70 Personen finden dort Platz. Zudem gibt es eine in einem italienischen Stil eingerichtete Trattoria für 36 Gäste und eine Terrasse, auf der bis zu 60 Menschen sitzen können. Auch wenn die italienische Prägung des Scarpati bestehen bleibt, möchte das Team weitere Einflüsse aus anderen gastronomischen Kulturen aufgreifen. Dazu gehören neben der französischen Küche Impulse etwa aus asiatischen und arabischen Ländern. „Und wir möchten noch etwas mehr vegetarische Gerichte anbieten“, erzählt Raff. Zudem soll bei den Getränken das nicht-alkoholische Angebot ausgebaut werden.
Getreu dem Motto „Tradition heißt nicht Stillstand“ bietet das Scarpati überdies Veranstaltungen, die ein exklusives Menü zum Beispiel mit Jazz- oder klassischer Musik, einer Zaubershow oder einem italienischen Abend mit Weinverkostung kombinieren. Die Organisation solcher Abendgesellschaften stellt eine wichtige Ergänzung zum klassischen A-la-Carte-Geschäft dar.
Zudem hat das Restaurant Ambitionen für eine erneute Auszeichnung durch einen Michelin-Stern. „Das streben wir durchaus an“, räumt Raff ein. Der junge Geschäftsführer ist vom Konzept und dem Angebot des Scarpati überzeugt. Eine solche Würdigung wäre nicht nur gut fürs Renommee, sondern aus seiner Sicht auch eine angemessene Anerkennung für die Leistung des Teams.
Text: Michael Bosse