Kunststoff in Form bringen - Klare Kante aus Wuppertal
Die Produkte der Wuppertaler Firma Plexiplus GmbH begegnen uns täglich – egal, ob wir an einem Schaufenster vorbei- oder in ein Geschäft gehen, wir sehen sie an der Tankstelle, im Krankenhaus oder auch in der Autowerkstatt. Nur übersehen wir sie in der Regel, weil sie nicht im Mittelpunkt stehen.
Plexiplus verarbeitet eine Vielzahl an verschiedenen Kunststoffen für die unterschiedlichsten Branchen mit dem Schwerpunkt in der Industrie und dem Maschinenbau. Dazu gehören Acrylglas, Polycarbonat, Polypropylen, Polyethylen, Polyamide, Polytetrafluorethylen und weitere Kunststoffe. Beispielprodukte sind dann etwa Maschinenbauteile, Verkaufs- und Präsentationsdisplays, Beleuchtungselemente sowie Präsentationshauben für den Handel, Messen oder Museen, Messschablonen für einen Autoglasspezialisten, Bauteile für Schallplattenspieler, aufwendig thermisch verformte Rettungstragen aus technischen Kunststoffen für Windkrafträder, Beschilderungen für Kreuzfahrtschiffe oder Bauteile für Röntgengeräte.
„Wenn man kein Gefühl dafür hat, wo Kunststoff eingesetzt wird, dann geht mal in die Stadt und schaut in die Schaufenster, geht in die Geschäfte oder schaut euch generell aufmerksam um. Das Material ist überall, ohne Kunststoff geht es ja heutzutage nicht mehr“, erklärt David Schumann, einer der beiden Inhaber. Und es gibt kaum etwas, was Plexiplus im Kunststoffbereich nicht herstellen kann, vom Prototyp bis hin zur Großserie. Die Kunststoffe werden CNC-gefräst, gedreht, thermisch verformt, lasergeschnitten, kalt verschweißt (verklebt), gekantet oder einfach geschnitten. Dazu gibt es auch einen 3D-Drucker, der aber mehr auf Prototypen spezialisiert ist, da er in Sachen Optik mit den anderen Verfahren noch nicht mithalten kann.
Ein wichtiger Aspekt bei der Produktion sind die entstehenden Abfälle. Seit Schumann und Dustin Hähner das Unternehmen übernommen haben, kommen die Reste sortenrein in die Recyclingbox und somit später zurück in den Wirtschaftskreislauf. Im besten Fall finden die Reste irgendwann den Weg als neu extrudierte Rohplatte zurück in die Produktion. Ein Schritt, der freiwillig erfolgte und der mehr und mehr auch von den Kunden honoriert wird, indem das recycelte Material mittlerweile häufiger gewünscht wird. Das war vor einigen Jahren noch anders, da war das Recyclingmaterial noch gut 20 Prozent teurer und es erforderte Überzeugungsarbeit, die Kundschaft zur nachhaltigeren Variante zu bewegen.
Gegründet wurde Plexiplus 2001 von Manfred Fraß in der Völklinger Straße in Wuppertal-Unterbarmen. 2009 erfolgte die Umstrukturierung zu einer GmbH. Im Jahr 2021 übernahmen David Schumann und Dustin Hähner die Firma. Im letzten Jahr erfolgte dann der Umzug in größere Räumlichkeiten an den Kiesberg in Wuppertal-Elberfeld. War man in der Völklinger Straße nach der Übernahme noch zu viert auf rund 400 Quadratmetern, so wuchs die Anzahl der Mitarbeitenden bis heute auf insgesamt 16, in den neuen Räumlichkeiten stehen 1.250 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung. Dort feierte man auch in diesem Jahr das große Jubiläum: Plexiplus wurde 25 Jahre alt. 2023 expandierte das Unternehmen, indem man einen Hersteller aus München übernahm und somit ein zweiter Standort hinzukam, der vor allem Kundennähe in Süddeutschland bedeutet. Denn oft kommen Aufträge sehr spontan und kurzfristig rein, was zum Beispiel Messen betrifft, und da ist es gut, dass Plexiplus lokal schnell verfügbar ist. Generell sind der enge und offene Kontakt zu den Kunden und die Flexibilität sehr wichtige Faktoren.
Gerade auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten ist die Kundenpflege ein großes Plus der Firma, um neue Kunden gewinnen und alte halten zu können. Kurzfristig hat man sich das Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad in Wuppertal zu steigern: „Das haben wir bis heute nicht so richtig geschafft, weil immer viele wichtige Dinge anstanden – glücklicherweise ja, weil es so super läuft. Aber wenn jemand in Wuppertal, besonders in der Industrie, Bedarfe im Kunststoffbereich hat, dann sollte er Plexiplus kennen, das ist unser Ziel“, erklärt Schumann.
Text: Tassilo Dicke