Verkehrsforschung - Fahrgastdaten für Schiene und Straße

Die Econex Verkehrsconsult GmbH unterstützt Verkehrsverbünde und Verkehrsbetriebe mit Fahrgastdaten und Verkehrserhebungen. Wichtige Kunden des Wuppertaler Unternehmens sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Deutsche Bahn.

Seit der Gründung 1999 hat sich Econex in der Branche mit über 400 Projekten etabliert. Zu den Aufgaben gehören Einnahmeaufteilungsverfahren, Qualitätsmessungen, Marktforschung und datenbasierte Konzepte für den öffentlichen Verkehr auf Straße und Schiene. „Verkehr ist unsere Leidenschaft und Datenverarbeitung unsere Profession“, sagt Geschäftsführer Daniel Behrens. Er ist dem Unternehmen schon über 20 Jahre verbunden und leitet es seit vier Jahren. Von seinem Büro an der Vohwinkler Bahnstraße aus hat er einen guten Blick auf den Bahnhof des Stadtteils. „Das passt natürlich gut, allerdings hat sich der Standort damals zufällig ergeben“, berichtet Behrens. Rund 40 Mitarbeitende sind hier derzeit beschäftigt. Die Belegschaft wird von mehreren hundert Honorarkräften unterstützt, die deutschlandweit Datenerhebungen durchführen. „Das ist unser Kerngeschäft“, erläutert der Geschäftsführer. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten seien der Garant für die Qualität der Projekte.

Econex beschäftigt sich mit der Bearbeitung von verkehrswissenschaftlichen oder auch ganz praktischen Fragen aus der Welt des Verkehrs. Der Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Themenfeld öffent­licher Personenverkehr. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von acht Millionen Euro hat sich auf den deutschen Markt spezialisiert. „Unser System der Verkehrsverbünde gibt es woanders in der Form nicht“, erklärt Daniel Behrens. In den Niederlanden oder Frankreich sei der öffentliche Verkehr zentraler organisiert. Deutschland habe durch seine föderale Struktur eine andere Entwicklung durchlaufen. Das Prinzip der Verkehrsverbünde hat aus Sicht des Experten für die Fahrgäste Vorteile. „Man kann hier mit einem Ticket von der Bahn in den Bus und umgekehrt umsteigen“, erläutert Daniel Behrens. Das gehe etwa in England meistens nicht. Genau hier setzt mit der Einnahmenaufteilung im Verkehrsverbund eine der Kernaufgaben des Unternehmens an.

Die Aufteilung der Einnahmen erfolgt anhand der tatsächlichen Fahrgastnachfrage. Die Erfassung der Fahrgastdaten läuft ganz klassisch per direkter Ansprache durch die Honorarkräfte. „Dass wir diesbezüglich personell so gut aufgestellt sind, ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal“, sagt Daniel Behrens. Die Informationen werden dann in der Firmenzentrale digital ausgewertet und für die Kunden aufbereitet. „Wir verstehen uns als unabhängiger Dienstleister“, betont der Geschäftsführer. Nicht selten bekommen die Mitarbeiter von den Fahrgästen auf der Schiene mehr Informationen als ihnen lieb ist. Der Frust der Bahnkunden ist nach wie vor groß. „Wir können das verstehen und sind bei unseren Befragungen selbst von Zugausfällen und Verspätungen betroffen“, sagt Daniel Behrens. Die diesbezüglichen Defizite seien kein neues Phänomen. „Das bewegt sich leider schon seit zehn Jahren auf diesem Niveau“, so Behrens. Dringend nötig sei aus seiner Sicht etwa eine bessere Abstimmung bei den Baustellen auf der Schiene.

Für den Nahverkehr in der Region hat der Geschäftsführer grundsätzlich lobende Worte. „Durch die vielen nebeneinanderliegenden Städte und das damit verbundene umfangreiche Streckenangebot ist der VRR attraktiv und wird viel genutzt“, so Daniel Behrens. Gerade junge Menschen würden davon Gebrauch machen und in den Ballungsräumen zunehmend auf ein eigenes Auto verzichten. Ein Wermutstropfen sind aus seiner Sicht allerdings die hohen Fahrpreise abseits des Deutschlandtickets. Aber auch das Deutschlandticket selbst werde absehbar teurer werden.

Spannend ist aus Sicht von Econex die Verkehrsentwicklung etwa beim autonomen Fahren. „Das könnte gerade für den ländlichen Raum interessant werden und das dortige Verkehrsangebot für die Fahrgäste verbessern“, schätzt Daniel Behrens. Die wachsende Zahl der E-Scooter habe dagegen weniger Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. „Damit werden eher Fußwege ersetzt und sie dienen oft als Zubringer zu Bus und Bahn, sodass einige Umsteiger nicht ins Gewicht fallen“, erklärt der Geschäftsführer.

Text: Eike Birkmeier

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